Ärzte Zeitung, 20.12.2010

Hamburger Krankenhausspiegel weitet Leistungsvergleiche aus

Viele Qualitätsergebnisse haben sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert: Im Hamburger Krankenhausspiegel werden aktualisierte Daten vorgestellt.

Von Dirk Schnack

HAMBURG. Der Hamburger Krankenhausspiegel hat sein Angebot erweitert. Neu aufgenommen wurden Bewertungen über Klinikleistungen zur Verbesserung der Durchblutung in den Beinen und zur Vermeidung von Dekubitus. In einem weiteren Schritt sind auch Risiken bestimmter Patientengruppen für diesen Leistungsbereich aufgenommen werden.

In anderen Leistungsbereichen wie Geburtshilfe, Einsatz von Herzschrittmachern oder Versorgung von Oberschenkelhalsbrüchen haben sich nach Angaben der Betreiber die geprüften Qualitätsergebnisse im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Nur im Modul Lungenentzündung seien "einige auffällige Abweichungen von den geforderten Qualitätsstandards zu verzeichnen". Diese werden in dem Internetportal mit einer gelben oder roten Ampel kenntlich gemacht. Die Ursache für die Abweichung kann in medizinischen Versäumnissen, aber auch in Problemen mit der Dokumentation liegen.

Ein neuer Service im Krankenhausspiegel ist der Wegweiser durch die medizinischen Leistungsangebote der Krankenhäuser. Mit dieser Funktion können Patienten, Angehörige und Ärzte auf der Startseite gezielt nach einzelnen Krankenhausabteilungen suchen. Der Hamburger Krankenhausspiegel veröffentlicht seit Februar 2007 geprüfte Behandlungsergebnisse. Die Krankenhäuser erhalten ihre Einzelergebnisse von der Landesgeschäftsstelle Externe Qualitätssicherung. Aus den Auswertungen erfahren sie, wo sie im Leistungsvergleich mit anderen Kliniken stehen.

27 Kliniken, die über mehr als 95 Prozent aller Betten in der Hansestadt verfügen, sind an dem Projekt beteiligt. Nach Angaben der Betreiber haben sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 40 000 Hamburger in dem Internetportal über Behandlungsergebnisse in den Kliniken informiert und insgesamt rund 200 000 Seiten aufgerufen.

Der Hamburger Krankenhausspiegel hatte in diesem Jahr für Aufsehen gesorgt, als Ärztekammer, Verbraucherzentrale, Patienten-Initiative und drei große Krankenkassen nach einem Dissens über die künftige Ausrichtung als Träger ausgestiegen waren. Die Aussteiger wollten das Portal umfassender und transparenter gestalten und dazu auch Meinungen von Patienten einfließen lassen.

Zum Bruch war es gekommen, nachdem die Kliniken ihre Stimmrechte auf eine Tochterfirma der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft übertragen hatten, die sich ausschließlich auf Daten aus der externen Qualitätssicherung stützt. Die aus verschiedenen Kliniken vorliegenden Ergebnisse von Patientenbefragungen bleiben unberücksichtigt.

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