Ärzte Zeitung online, 14.12.2010

Zahl der Apotheken sinkt weiter

Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt weiter. Der Trend aus dem Vorjahr setzt sich somit fort, wie jüngste Zahlen der ABDA zeigen.

Zahl der Apotheken sinkt weiter

Läuft es gut für die Apotheken? Die Zahl sinkt jedenfalls weiter.

© dpa

BERLIN (run). Ende September gab es bundesweit 99 Apotheken weniger als noch zu Jahresbeginn, wie aus aktuellen Wirtschaftszahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hervorgeht. Zum Stichtag am 30. September waren es nur noch 21.449 im Vergleich zu 21.548 Apotheken neun Monate zuvor.

Der Zahl an Apothekenneueröffnungen (173) standen 272 Schließungen in diesem Zeitraum gegenüber. Von den Apotheken werden derzeit 18.051 als Hauptapotheke und 3398 als Filialapotheken geführt.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm damit die Zahl der Hauptapotheken um 1,5 Prozent ab, die Zahl der Filialen stieg um knapp sechs Prozent. Insgesamt wurde der Trend zur Filialisierung gebremst.

Bemerkenswerte sei die Verteilung an Schließungen und Neugründungen im Bundesgebiet, sagt ABDA-Sprecher Thomas Bellartz. Per saldo mehr Apotheken gebe es etwa in Mecklenburg-Vorpommern (+3), Bremen (+2), Rheinland-Pfalz (+4), Sachsen (+2), Sachsen-Anhalt (+1) und Thüringen (+2).

In Nordrhein-Westfalen gab es hingegen 82 Schließungen versus 35 Neueröffnungen (-47) und im früher wachstumsstarken Berlin 18 Schließungen versus 9 Neueröffnungen (-9).

"Der starke Fokus auf den ländlichen Raum als schlechte Lage für Apotheken scheint so nicht zu stimmen. Es ist wohl eher eine Frage des Wettbewerbs", mutmaßt Bellartz.

Deutlich sei in jedem Fall der Abwärtstrend. Denn bereits 2009 sei die Zahl der Apotheken in Deutschland erstmals seit 2003 gesunken (-54). In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres seien es nun schon fast 100 gewesen.

"Vermutlich werden noch einige Apotheken mehr die Folgen des AMNOG nicht abwarten wollen, sodass es möglicherweise zum Jahresende bis zu 150 weniger Apotheken sein werden" so die Prognose des ABDA-Sprechers.

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