Ärzte Zeitung, 19.12.2010

Bundesversicherungsamt warnt Bayerns Hausärzte

Debatte um geplanten Systemausstieg am Mittwoch spitzt sich weiter zu

MÜNCHEN (sto/fuh). Der Druck auf Hausärzte in Bayern, die aus dem System aussteigen wollen, wird größer: Jetzt haben auch das Bundesversicherungsamt (BVA) und Bayerns Landesregierung vor den Folgen eines Ausstiegs gewarnt.

Bundesversicherungsamt warnt Bayerns Hausärzte

Kämpft in Bayern: Hausärzteverbandschef Wolfgang Hoppenthaller.

© Dolberg

"Die Organisation eines Kollektivausstiegs ist nicht nur rechtswidrig. Es ist ein handfester grober Bruch des Hausarztvertrags, den die bayerischen Hausärzte geschlossen haben", kritisierte BVA-Präsident Maximilian Gaßner. Bayerns Landesregierung hat unterdessen am Samstag in Annoncen vor dem Ausstieg gewarnt, die in mehreren Zeitungen veröffentlicht wurden.

Rückenwind bekommen die Hausärzte aus Baden-Württemberg und vom Deutschen Hausärzteverband, der Unterstützung beim Vorhaben des Systemausstiegs angekündigt hat. Das machte Verbandschef Ulrich Weigeldt in einem Infobrief deutlich, der an alle Hausärzte geschickt wurde. Darin werden sie aufgefordert, ihren bayerischen Kollegen zu zeigen, "dass sie in diesem wichtigen Kampf nicht alleine stehen!"

Am Montag wollen der Bayerische Hausärzteverband und die Kassen in Nürnberg nochmals ihre Positionen vor der Presse erläutern. Am Mittwoch soll dann bei einer Vollversammlung der bayrischen Hausärzte über einen Systemumstieg entschieden werden.

Lesen Sie dazu auch:
Nach gekündigtem Hausarztvertrag: BHÄV setzt weiter auf Systemumstieg

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Maximilian Gaßner (76)
[20.12.2010, 10:38:20]
Dr. Stefan Mauthe 
Warnung vor Systemausstieg
Es besteht grundsätzliche Vertragsfreiheit und damit kann auch der Ausstieg aus einem System nicht rechtswidrig sein. Solange die schlechte Vergütung nur durch unmenschliche Mehrarbeit ausgeglichen werden kann und durch Verhandlungen kein besseres Ergebnis erreicht werden kann (z.B. Hausbesuch ca 20 Euro) ist der Systemausstieg die einzige Möglichkeit. Selbstverständlich bedeutet das einen harten Kampf, der sehr gut vorbereitet werden muss und vor allem kollegiale Solidarität erfordert. zum Beitrag »

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