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Ärzte Zeitung online, 23.12.2010

Hoppenthaller: "Es ist schon eine große persönliche Enttäuschung"

NÜRNBERG (dpa). Der Bayerische Hausärzteverband sieht sich nach der gescheiterten Rebellion gegen das Kassensystem in der Defensive.

"Wir sind in der Verliererposition", sagte Verbandschef Dr. Wolfgang Hoppenthaller am Donnerstag zur dpa. Ob und wann es zu weiteren Gesprächen komme, "ist Sache der Kassen".

Die AOK Bayern hatte bereits angekündigt, dass man nicht mehr mit dem Hausärzteverband verhandeln wolle. Hoppenthaller kann sich allerdings die Einschaltung eines unabhängigen Schlichters in dem verfahrenen Konflikt vorstellen. "Wir versuchen, jeden Weg zu gehen, der die Existenz der Hausärzte sichert."

Die derzeitige Gesprächsverweigerung der AOK bedeute, dass "ein Trümmerhaufen in der Versorgungslandschaft" entstehe. "Wir sind diesen Weg ja nicht freiwillig gegangen", sagte Hoppenthaller.

Mit der Rückgabe der Zulassung wollten die Hausärzte erreichen, dass sie künftig selbst mit den Kassen Honorarverträge aushandeln können.

Nun glaubt Hoppenthaller, dass es in Bayern bald viel zu wenig Hausärzte geben wird. Die gescheiterte Rebellion gegen das Kassensystem sei eine "Niederlage für die hausärztliche Versorgung", sagte er. "Unter diesen Bedingungen werden sich keine jungen Ärzte mehr niederlassen, ältere werden frühzeitig in Rente gehen - und einige werden ins Ausland abwandern."

Ob er persönliche Konsequenzen aus der gescheiterten Abstimmung ziehen wird, ließ Hoppenthaller offen. "Darüber muss man in Ruhe nachdenken. Aber es ist schon eine große persönliche Enttäuschung da."

Lesen Sie dazu auch die neueste Entwicklung:
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