Ärzte Zeitung online, 06.01.2011

Kammer Niedersachen: Medizin braucht keine Frauenquote

HANNOVER (cben). Zu wenige Frauen in Fach- und Führungspositionen? Nicht unbedingt bei den Ärzten, meint der Vorstand der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN). Er erklärte, die Kritik der "Nürnberger Resolution" treffe nicht auf die Medizin zu. Die Resolution fordert einen höheren Frauenanteil in Aufsichtsräten und Chefetagen.

Ärztinnen brauchen keine "Nürnberger Resolution" für den beruflichen Aufstieg

Neuroanatomie im dritten Semester: Der Anteil weiblicher Medizinstudenten steigt. Die Ärztekammer Niedersachsen sieht deshalb keinen Grund für eine Frauenquote.

© dpa

Nach Auffassung des ÄKN-Vorstandes liegen die Dinge in der Medizin anders als in der Wirtschaft. In wenigen Jahren werde sich der Ärztinnenanteil deutlich erhöhen, da zurzeit die Mehrheit der Studierenden in der Humanmedizin weiblich sei.

Laut Statistischem Bundesamt waren insgesamt 79.929 Medizinstudenten im Wintersemester 2009/2010 verzeichnet, 49.022 davon Frauen. Das entspricht einem Anteil von rund 61,3 Prozent. Bei den Studienanfängern habe sich der Trend in den vergangenen Jahren noch deutlicher zu einem größeren Frauenanteil verschoben.

Laut der "Stiftung für Hochschulzulassung" (ehemalige Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen ZVS) haben sich 8350 Studenten im Wintersemester 2010/2011 deutschlandweit für die Humanmedizin eingeschrieben, 5231 davon sind weiblich.

Das entspricht einem Frauenanteil von rund 62,6 Prozent. Wie viele Ärztinnen in Führungspositionen arbeiten, teilte die ÄKN allerdings nicht mit.

Im Juni hatte der Deutsche Ärztinnenbund ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in der Medizin sowie kinder- und familienfreundliche Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Praxen gefordert. Spitzenmedizin brauche Frauen in Spitzenpositionen in der Medizin, hieß es.

Zwar liege der Frauenanteil der Promotionen bei 50 Prozent, aber der Frauenanteil bei C4-Professuren bei vier Prozent, so die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Dr. Regine Rapp-Engels.

Ziel der "Nürnberger Resolution", einem Aufruf aus dem Jahr 2008 von Frauen und Männern in Führungspositionen, ist es, bis 2013 im Aktiengesetz festzulegen, dass die Aufsichtsräte deutscher Aktiengesellschaften zu mindestens 40 Prozent aus Frauen bestehen müssen. Derzeit seien in Deutschland von 1100 Aufsichtsratsmitgliedern in börsennotierten Unternehmen nur drei Prozent weiblich, hieß es.

Vorbild ist Norwegen. Dort wurde die Frauenquote in Aufsichträten 2003 per Gesetz eingeführt. Nachdem bei Nichtbefolgung Geldbußen angedroht wurden, ist die Quote erfüllt. In Deutschland hat die Deutsche Telekom hat als erster Dax-Konzern eine Frauenquote auf den Führungsetagen vorgeschrieben.

[07.01.2011, 07:02:01]
Dr. Frank-Uwe Fuchs 
Frauenquote
Sicher braucht die Medizin keine Frauenquote, dafür wird viel zu schlecht bezahlt. Männer (sorry uns) gehen hauptsächlich in Berufe, welche überproportional bezahlt werden, extremes Ansehen genießen und ggf gefährlich aber keinesfalls überlastend sind schon garnicht emotional. Deshalb sage ich immer( und werde dabei auch immer falsch verstanden) das es ein schlechtes Zeichen ist, dass mehr Frauen in die Medizin kommen (Euphorische Komentare der letzten 5 Jahre). Das hat nicht damit zu tun das Frauen schlechter sind. Ich würde es begrüßen wenn in der Finanzwelt mehr Frauen in Führungspositionen wären.
Wenn man meinen Text falsch versteht, meint man das Frauen schlechter sind, wenn man ihn richtig versteht sieht man die moralischen Unterschiede der Geschlechter klar. Nochmals für weltverbessernde ÖKOS.
Frauen arbeiten auch freiwillig für nichts, Männer sind grundsätzlich faul und eitel! Ich bin übrigens ein Mann. (Zukunftsberuf Bänker) zum Beitrag »

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