Ärzte Zeitung, 18.01.2011

Teilnehmer im Hausarztvertrag sind älter und kränker

Im AOK-Hausarztvertrag in Baden-Württemberg ist die Morbidität höher als in der Regelversorgung.

Teilnehmer im Hausarztvertrag sind älter und kränker

AOK im Südwesten: Teilnehmer der HzV sind kränker und älter.

© dpa

HEIDELBERG (mm). Besonders ältere, mehrfach chronisch erkrankte Patienten sind im Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung der AOK Baden-Württemberg eingeschrieben.

Teilnehmer des Vertrages sind im Durchschnitt 61 Jahre alt, nicht teilnehmende AOK-Versicherte 49 Jahre alt. Dies ergibt eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg (Medizinische Klinik 2010; 105: 808-811).

Zehn Hausarztpraxen in den Regionen Karlsruhe und Pforzheim machten bei der nordbadischen Studie mit. Insgesamt konnten die Leistungsdaten von rund 6000 AOK-Patienten, die im dritten Quartal 2009 in den Hausarztvertrag eingeschrieben (51 Prozent) oder nicht-eingeschrieben (49 Prozent) waren, verglichen werden.

"Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eingeschriebene Versicherte im Vergleich zu den übrigen Versicherten im Mittel älter sind und demzufolge eine höhere Morbiditätslast aufweisen", kommentiert Dr. Tobias Freund von der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung das Studienergebnis.

Entsprechend sei bei ihnen auch die Zahl der Krankenhausaufenthalte in den zwei Jahren vor ihrer Einschreibung in die HZV leicht erhöht gewesen.

"Die Studienergebnisse weisen auf zwei wichtige Aspekte bei HZV-Verträgen hin", fasst Freund zusammen. Sie bestätigten erstens, dass mit den Hausarztverträgen solche Patientengruppen erreicht werden, die von einer strukturierten und kontinuierlichen Versorgung besonders profitieren könnten.

Zweitens machten sie deutlich, dass entsprechende Versorgungsangebote gezielt mit Blick auf die betroffene Personengruppe gestaltet werden müssten.

Das gelte ebenso für die Weiterentwicklung von Disease-Management-Programmen sowie die Entwicklung neuer Versorgungskonzepte wie etwa Case-Management-Programme.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (17360)
Krankenkassen (16464)
Organisationen
AOK (7021)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »