Ärzte Zeitung, 23.01.2011

Kommentar

Jetzt beginnt der Systemvergleich

Von Ilse Schlingensiepen

Der viel beschworene Wettbewerb um die richtigen Versorgungsformen kommt langsam in Gang. In Westfalen-Lippe haben die KV (KVWL) und die Vereinigte IKK damit begonnen, ihren Hausarztvertrag durch Facharztmodule zu ergänzen.

Zugegeben, das Fallmanagement bei Patienten mit Arbeitsunfähigkeit nimmt im Arbeitsalltag der niedergelassenen Ärzte nicht gerade einen großen Platz ein. Aber bei diesem ersten Schritt soll es nicht bleiben.

Die Vertragspartner haben die feste Absicht, weitere Vereinbarungen zur fachärztlichen Versorgung nach Paragraf 73c folgen zu lassen.

Die KVWL und die Vereinigte IKK haben die Ergänzung des Vertrags zur hausarztzentrierten Versorgung durch Facharztmodule nicht erfunden. In Baden-Württemberg haben AOK, Hausarztverband, Medi und andere freie Verbände diesen Weg bereits beschritten.

Sie setzen aber auf Bereinigungsverträge außerhalb des KV-Systems. In Westfalen-Lippe erhalten die Niedergelassenen die Vergütung aus den Verträgen als Add-on zum KV-Honorar.

Welchen Einfluss die Vertragsform auf Art und Qualität der Versorgung hat, wird erst die Zeit zeigen. Wichtig ist, dass sich endlich verschiedene Systeme dem Vergleich stellen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Hausarztvertrag soll auch Weg zum Facharzt verkürzen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »