Ärzte Zeitung online, 21.01.2011

In Niedersachsen steht jetzt ein Jurist an der Spitze der KV

HANNOVER (ger). Ein Jurist und ein Hausarzt stehen an der Spitze der Kassenärztlichen Vereinigung NIedersachsen (KVN). Die KV-Vertreterversammlung wählte am Freitagnachmittag ihren neuen Vorstand.

In Niedersachsen steht jetzt ein Jurist an der Spitze der KV

Zum Nachfolger des langjährigen KVN-Vorsitzenden Eberhard Gramsch (Hausarzt) wurde der Jurist Mark Barjenbruch (43) gewählt. Barjenbruch war Kandidat des GFB-Facharztverbandes.

Auf Barjenbruch entfielen nach einer Mitteilung der KVN 34 der möglichen 47 Stimmen. Zuvor war Barjenbruch mit 32 Ja-Stimmen und 16 Nein-Stimmen als Vorstandsmitglied für den fachärztlichen Versorgungsbereich gewählt worden.

Zum Stellvertretenden Vorsitzender ist Dr. Jörg Berling (52), Hausarzt aus Adendorf, in einer denkbar knappen Entscheidung gewählt worden. Er erhielt 25 von 49 abgegebenen gültigen Stimmen.

Auf Holger Schmidt, Hausarzt in Uelzen, entfielen 24 Stimmen. In der KVN sind 13.600 niedersächsische Vertragsärzte sowie Vertragspsychotherapeuten organisiert. Die Wahl gilt für für die kommenden sechs Jahre.

Mark Barjenbruch arbeitet nach Auskunft der KV seit Dezember 1996 für die KVN, seit April 2001 ist er Hauptgeschäftsführer der KVN.

Dr. Jörg Berling ist 52 Jahre alt. Er ist seit 1992 in Adendorf im Landkreis Lüneburg als Hausarzt niedergelassen. Der gebürtige Bremer studierte von 1978 bis 1985 Medizin in Freiburg und Münster.

Danach war er in der ärztlichen Weiterbildung zunächst in der tumorimmunologischen Forschung an der Universität Freiburg und im Bereich der Inneren Medizin in Bad Krozingen tätig.

Weitere Stationen waren die Dermatologie in Darmstadt, eine Landarztpraxis in Meinersen und die allgemeine Chirurgie in Celle.

"Ich werde für eine Politik der offenen Türen für alle Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten in Niedersachsen stehen", so Barjenbruch kurz nach seiner Wahl nach Mitteilung der KV.

"Für begrenze Vergütungen wird es in Zukunft auch nur begrenzte Leistungen geben." Eine Aufgabe sei es, das Image des Arztberufs wieder positiver bei allen KVN-Mitgliedern, aber auch in der Öffentlichkeit zu verankern.

Hausarzt Berling will vor allem die Kommunikation verbessern. "Für die ärztliche Basis müssen wir Entscheidungen transparenter machen. Außerdem werde ich mich mit den Themenkomplexen elektronische Gesundheitskarte und ambulante Kodierrichtlinien kritisch auseinandersetzen", sagte Berling.

Beim Honorar sei es wichtig, dass durch die Vergütung aus dem Topf der gesetzlichen Krankenkassen Ärzte ein gesichertes Einkommen bekommen können.

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