Ärzte Zeitung online, 07.02.2011

Wartezeiten auf Facharzt: Rösler kritisiert SPD-Vorstoß

BERLIN (hom). Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat den SPD-Vorstoß zur Reduzierung von Wartezeiten bei Fachärzten scharf kritisiert. "Der Vorschlag zeigt, welches verzerrte Bild die Sozialdemokraten von der Ärzteschaft haben", sagte Rösler der "Ärzte Zeitung".

Wartezeiten auf Facharzt: Rösler kritisiert SPD-Vorstoß

Bundesgesundheitsminister Rösler: Nicht die bestrafen, die in unterversorgten Regionen arbeiten.

© dpa

Die SPD-Bundestagsfraktion hatte zuvor einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem sie eine schnellere Terminvergabe beim Arzt für gesetzlich Krankenversicherte herbeiführen will.

Unter anderem sollen Ärzte, die Privatpatienten bei der Terminvergabe bevorzugt behandeln, mit hohen Geldbußen von bis zu 25.000 Euro belegt werden.

Darüber hinaus wird sogar der Entzug der Zulassung angedroht. Bei Ärzteverbänden stieß der Vorstoß auf massive Kritik.

Rösler betonte, "drastische Strafen" seien nicht sein Weg. Da es immer weniger Ärzte gäbe, gäbe es "naturgemäß auch immer weniger freie Termine", so Rölser weiter.

Dafür könne man nicht diejenigen bestraften, die in einem unterversorgten Gebiet tätig seien. "Ich setze auf intelligente Lösungen und Anreize, um die Versorgung zu verbessern. Dabei wollen wir die Ärzte mitnehmen, statt sie auszugrenzen."

Lesen Sie dazu auch:
Strafe bei Wartezeiten: SPD baut Drohkulissen für Vertragsärzte
Wartezeiten auf Facharzt: Rösler kritisiert SPD-Vorstoß
Ärzteschaft reagiert empört auf SPD-Vorschläge
Kommentar: Knüppel aus dem Sack

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (17543)
Personen
Philipp Rösler (1036)
[08.02.2011, 13:48:54]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Mitnehmen und nicht Ausgrenzen!
Da muss selbst ich den Kollegen, Dr. med. Philipp Rösler, loben: Man merkt sofort, dass Herr Professor Lauterbach noch nie ein eigenes Rezeptformular in der Hand hatte oder sich mit Terminorganisation auskennt. Ärztinnen und Ärzte mitnehmen und nicht ausgrenzen, ist ein gutes Motto.

Apropos Ausgrenzen: Ist es nicht geradezu putzig, dass Andrea Nahles als SPD-Generalsekretärin am 14.12.2010 in Berlin einen GKV- Bürgerversicherungsversuch der Öffentlichkeit präsentierte und beteuerte,
"Anfang April" (2011!) "wolle die SPD ihr durchgerechnetes Modell präsentieren". Selbst wenn die Wartezeit zwischen großspuriger Ankündigung und endgültiger Terminierung satte dreieinhalb M o n a t e (!) beträgt, hinderte dies Frau Nahles nicht, bei eben dieser Pressekonferenz über den DGB und die Grünen/Bündnis 90 herzufallen. Deren durchaus seriös berechnete GKV-Alternativkonzepte wurden als "unausgegoren" ausgegrenzt.

Mit kollegialen Grüßen, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »