Ärzte Zeitung, 19.02.2011

NRW: Gemeinsame Resolution gegen Ärztemangel

KÖLN (akr). Die beiden Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen stemmen sich gegen den drohenden Medizinermangel. In einer gemeinsamen Resolution fordern die Vorstände der Kammern Nordrhein und Westfalen-Lippe die Stärkung der hausärztlichen Versorgung.

"Wir sehen die dringende Notwendigkeit, schnellstmöglich einem drohenden Mangel an hausärztlicher Versorgung mit einem Bündel von Maßnahmen entgegenzusteuern", heißt es in einer Erklärung der Präsidenten Professor Jörg-Dietrich Hoppe aus Nordrhein, der auch Präsident der BÄK ist, und Dr. Theodor Windhorst aus Westfalen-Lippe, der für dieses Amt kandidieren wird.

Schon heute gibt es in den ländlichen Regionen des Landes nicht genug Ärzte, vor allem Allgemeinmediziner fehlen. Zurzeit sind 500 ambulante Arztstellen nicht besetzt. Die Kammerpräsidenten fordern bundesweit einheitliche Honorarbedingungen, um das Abwandern von Ärzten in Regionen mit einer höheren Vergütung zu verhindern.

Außerdem müsse die Versorgungsplanung an die heutigen Rahmenbedingungen angepasst werden. "Der derzeitige Bezug auf die kreisfreie Stadt, den Landkreis oder die Kreisregion gewährleistet keine wohnortnahe hausärztliche Versorgung mehr", sagte Hoppe.

Die Kammern in NRW fördern die hausärztliche Versorgung bereits über die Weiterbildung. Spezielle Verbünde sollen Assistenzärzten den Einstieg in die Allgemeinmedizin erleichtern. Koordinierungsstellen unterstützen Mediziner und Verbünde.

Die Kammern dringen darauf, an der vorgesehenen neuen qualitätsgesicherten Versorgungsforschung des Landes direkt beteiligt zu werden. Die Geschäftsstelle Qualitätssicherung NRW soll künftig die Behandlung von Patienten versorgungsform- und sektorenübergreifend bewerten.

Damit werde die Qualitätssicherung zu einem Schlüsselprozess für die Beurteilung der Versorgungsqualität, bei der die Kammern nicht außen vor bleiben dürften, hieß es.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »