Ärzte Zeitung online, 11.03.2011

Carl-Heinz Müller gewinnt Kampf-Abstimmung und bleibt KBV-Vorstand

BERLIN (vdb) Dr. Carl-Heinz Müller ist der alte und neue Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für die hausärztliche Versorgung. Er setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen Dr. Werner Baumgärtner mit 40 zu 19 Stimmen durch.

Carl-Heinz Müller gewinnt Kampf-Abstimmung und bleibt KBV-Vorstand

Dr. Carl-Heinz Müller, alter und neuer KBV-Vorstand.

© KBV

Zuvor hatte Baumgärtner massive Kritik an der Arbeit des bisherigen Vorstandsduos Köhler und Müller geübt. Er plädierte für einen klaren Richtungswechsel der KBV und sprach sich vehement für mehr Planungssicherheit der Kollegen aus.

Beim Dauerstreitthema Selektivverträge machte Baumgärtner deutlich, dass es ein geordnetes Miteinander geben müsse. Mit scharfen Worten rügte er die öffentliche Darstellung der KBV. Hier seien Chancen verpasst worden, die wirkliche Arbeit der Vorsorger-Praxen darzustellen.

Müller hingegen räumte Fehler in der Arbeit ein, versprach allerdings eine stärkere Beteiligung der Regionen. Danach soll es ein Gremium geben, dass die regionalen Interessen in den Verhandlungen mit Vertragspartnern stärker berücksichtig.

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[11.03.2011, 17:04:03]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Also doch Pat und Patachon!
Das wiedergewählte KBV-Führungsduo Köhler/Müller ist Pat und Patachon: Was sie vorne mühsam aufgebaut zu haben scheinen, werfen sie mit einer kapitalen Volte wieder um. Und wirken ständig getrieben, nur auf das reagierend, was eine Meute von Medien-, Behörden-, Verwaltungs-, Meinungs-, Politprofis und Kassenfürsten ihnen gerade einflüstert oder abfordert.

Ärzte Zeitung, 3.3.2011: "KBV-Doppelspitze will auf der Großbaustelle weitermachen". Aerzteblatt.Online, 4.3.20011: Schlagzeile "Interview mit Dr. med. Andreas Köhler und Dr. med. Carl-Heinz Müller, Vorstände der KBV: Der Schlussstein fehlt noch". Nachzulesen heute als einer der Titel in der Druckausgabe 'Deutsches Ärzteblatt'. Man hatte mit der Wiederwahl in abnickendem Gehorsam gerechnet.

Die Lesung des Krimis "Der Dritte Mann" entfiel mit Ausbleiben der KBV-Vorstandserweiterung. Und bloß keine inhaltlichen Diskussionen, Perspektiven, Innovationen und Visionen. Stattdessen wird gescheiterter Zentralismus pur mit von oben diktierter Unterordnung hausärztlicher Belange im Verhältnis zu Fachärztlichem nicht nur wegen ständig geplatzter Honorarreformen pseudozerknirscht durch Dezentralisation ersetzt. Angleichung der z. T. absurd regional unterschiedlichen Regelleistungssvolumina (RLV)? Fehlanzeige! Ureigene hausärztliche Selektivverträge? Abgelehnt! Verbesserung der haus- und fachärztlichen Versorgung im ländlichen Raum bzw. Klein- und Mittelstädten? Kein Konzept! "All You can eat-" und "Flatrate-" Mentalität bei Versicherten, Ärzten und GKV-Kassen? Kein Gegenentwurf!

Also kein Wandel durch Annäherung, sondern saltatorisches "Hü und Hott". Konzeptionslosigkeit und Dilettantismus pur, befürchtet mit
freundlichen, kollegialen Grüßen, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »

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