Ärzte Zeitung online, 06.04.2011

Als Landarzt starten, erst dann geht es in die Stadt

Versorgungsgesetz: Bedarfsplanung wird flexibel

BERLIN (sun). Die Aussicht, nach ein paar Jahren in ein überversorgtes Gebiet wechseln zu dürfen, soll jungen Ärzten das Landarztleben schmackhaft machen. Das geht aus einem Positionspapier zum geplanten Versorgungsgesetz hervor, das der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Als Landarzt starten, erst dann geht es in die Stadt

Landarzt bei der Arbeit: Damit es sie auch künftig ausreichend gibt, plant die Koalition eine Versorgungsreform.

© Klaro

So will die schwarz-gelbe Koalition drohende Versorgungslücken auf dem Land schließen. Es gebe allerdings noch keinen Konsens darüber, wie lange ein Arzt sich auf dem Land niederlassen müsse, hieß es aus Regierungskreisen. Ungeklärt sei zudem, ob die Kassen Arztpraxen in überversorgten Gebieten mit Beitragsgeldern vom Markt kaufen dürfen.

Mit dem von der schwarz-gelben Koalition geplanten Versorgungsgesetz soll die Bedarfsplanung künftig flexibler gestaltet werden. Am Donnerstag sollen in einer Verhandlungsrunde der Koalitionspolitiker letzte Details dazu geklärt werden.

In einer außerplanmäßig angesetzten Gesundheitsministerkonferenz wurde am Mittwoch zudem zwischen Bund und Ländern besprochen, wie viel Mitspracherecht die Länder künftig bei der Bedarfsplanung erhalten.

Aus Regierungskreisen hieß es, den Ländern solle das Recht zugestanden werden, an Sitzungen der Landesausschüsse teilzunehmen. Ein Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

SPD-Gesundheitspolitikerin Carola Reimann kritisierte, das Positionspapier sei "nicht mehr als eine große To-do-Liste". Das sei nach einem Jahr, in dem bereits über medizinische Versorgungsprobleme diskutiert werde, sehr wenig.

Der GKV-Spitzenverband drängt im Zuge des Versorgungsgesetzes darauf, neue Zulassungen für Kassenärzte "nur noch auf Lebenszeit" zu vergeben. Mit dem bisherigen System werde Überversorgung "konserviert".

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