Ärzte Zeitung online, 09.04.2011

Grauduszus will Hoppe beerben

Die Kandidatenliste für das Präsidentenamt der Bundesärztekammer wird länger. Nun kündigte auch der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, seine Kandidatur an.

Grauduszus will Hoppe beerben

Kandidat für das Amt des BÄK-Präsidenten: FÄ-Präsident Martin Grauduszus.

© Freie Ärzteschaft

KÖLN (iss). Der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, will Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) werden. Er wird sich auf dem 114. Deutschen Ärztetag, der vom 31. Mai bis zum 3. Juni in Kiel stattfindet, um die Nachfolge von Professor Jörg-Dietrich Hoppe bewerben.

Das kündigte Grauduszus nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Freien Ärzteschaft an. Von den rund 40 Teilnehmern war der 52-jährige Allgemeinmediziner aus dem rheinischen Erkrath bei nur einer Enthaltung zur Kandidatur aufgefordert worden.

Neben den Klinikärzten Dr. Günther Jonitz, Dr. Frank Ulrich Montgomery und Dr. Theodor Windhorst ist Grauduszus der vierte Bewerber um das Präsidentenamt und der einzige Niedergelassene.

Anders als die drei anderen Kandidaten und die bisherigen BÄK-Präsidenten steht Grauduszus keiner Landesärztekammer vor. Der Hausarzt sitzt im Vorstand der Ärztekammer Nordrhein.

Er wolle bei der BÄK dafür eintreten, den Arztberuf als freien und wirtschaftlich unabhängigen Beruf auf Dauer wieder sicher zu machen, sagte Grauduszus.

"Freiheit der ärztlichen Berufsausübung, Therapiefreiheit, ärztliche Schweigepflicht und freie Arztwahl für die Patienten als unverzichtbare Säulen unseres Berufes sind akut bedroht", erläuterte er.

Da die Kassenärztliche Bundesvereinigung Politik gegen die Niedergelassenen mache, sei es umso wichtiger, dass die Niedergelassenen im BÄK-Präsidium deutlich repräsentiert seien, sagte Grauduszus.

Unterdessen hat die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes Dr. Regine Rapp-Engels mitgeteilt, dass sie beim Ärztetag in Kiel für den Vorstand der Bundesärztekammer kandidieren wird.

Der langjährige BÄK-Präsident Professor Jörg-Dietrich Hoppe wird nicht mehr antreten. Er kündigte im November vergangenen Jahres seinen Rückzug an. "Die junge Generation hat ein Recht darauf, zum Zuge zu kommen", sagte Hoppe damals. Auch sein Alter habe bei der Entscheidung eine Rolle gespielt.

[11.04.2011, 11:17:30]
Dr. Klaus Laros 
Kollege Frank Montgomery ist der qualifizierte Kandidat
Ich kann ich aus etwa 5o jähriger berufspolitischer Erfahrung
Herrn Kollegen Jürgen Schmidt nur vollinhaltlich zustimmen. zum Beitrag »
[11.04.2011, 05:57:53]
Lutz Barth 
Diskussion um Kandidatur?
Hoppla! Was für ein Demokratieverständnis, wenn man/frau glaubt, Kandidaturen für vermeintliche Spitzenämter mit fragwürdigen "Argumenten" ad absurdum führen zu wollen.
Nun - ich mache aus "meinem Herzen" keine Mördergrube: es stände der Ärzteschaft gut zu Gesichte, jenseits von den altbekannten "Hardlinern" auf neue Gesichter zu setzen, die der verfassten Ärzteschaft neue Impulse geben könnten und sich im weitesten Sinne von einer liberalen Grund- und Werteeinstellung leiten lassen.

"Neue Gesichter" könnten einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass das rückwärtsgewandte Bild des Arztes im aufgeklärten 21. Jahrhundert neu entworfen wird: frei von moralischen und ethisch fragwürdigen Bindungen der freien Ärzteschaft und die Besinnung auf eine gemeinsame Wertordnung, der wir alle letztlich verpflichtet sind: dem Grundgesetz.

Von dieser Warte aus betrachtet ist es nachhaltig zu begrüßen, wenn mehrere Kandidaten sich zur Wahl stellen, wohlwissend darum, dass auch Ärztefunktionäre letztlich der Ärzteschaft "zu dienen haben" und nicht ihr Amt dahingehend fehlinterpretieren, auf ihre Kolleginnen und Kollegen moralisch und ethisch erzieherisch einwirken zu wollen. Es bedarf nicht eines Lehrbuches über den "guten Arzt" und hierzu flankierender Ethikanweisungen durch Ärztefunktionäre, sondern den klaren Blick für einen Berufsstand, der durch seine "Mitglieder" in der praktischen Arbeit überzeugt und hierbei zugleich auch bemüht ist, das Selbstbestimmungsrecht seiner Patienten zu wahren, ohne hierbei fremdbestimmt zu werden und zwar weder durch die Patienten noch durch die Ärztefunktionäre!
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[10.04.2011, 14:37:11]
Dipl.-Med Wolf Waitz 
GRAUDUSZUS ------ERSTE WAHL !
dass dieser kluge Mann der Basis für das Amt kandidiert,kann nicht hoch genug
eingeschätzt werden--------frei von Interessenkonflikten---------den Kopf frei um anzupacken!------Wahrheiten aussprechen zu können,ohne sich verbiegen zu müssen........ein wahrer Demokrat!-----unser Votum
für Grauduszus!  zum Beitrag »
[10.04.2011, 13:01:53]
Dr. Jürgen Schmidt 
Auch das noch !
Kandidaturen für ein solches Spitzenamt sind ohne nachgewiesene Qualifikation in geeigneten Funktionen, hohen Bekanntheitsgrad, Wählbarkeit durch verschiedene Gruppen und entsprechende Bündnisfähigkeit nicht nur sinnlos, sondern verhindern unter Umständen auch die Möglichkeit von Minderheiten, sich mit dem genehmsten Bewerber zu verständigen und eigene Positionen zur gemeinsamen Sache zu machen.
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