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Ärzte Zeitung, 04.05.2011

Kommentar

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Von Sunna Gieseke

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) produziert viele Ideen - und das am laufenden Band. Darunter gibt es auch wirklich gute und innovative Konzepte. Zum Beispiel auch in der Vertragswerkstatt, in der Selektivverträge entwickelt werden.

Jetzt öffnet die KBV erneut die Tore der KBVMesse. Bereits zum zweiten Mal werden neue Projekte für eine bessere Versorgung vorgestellt. Die KBV will damit wohl vor allem Barrieren abbauen.

Doch so ganz gelingt das bisher nicht - denn die vielen Ideen kommen in der Versorgungsrealität bisher nur selten an. Und eine Innovationsmesse wird das kaum ändern. Auch wenn die Angel weit ausgeworfen wurde - die Kassen beißen einfach nicht so recht an.

Dabei müssten vor allem diese von den neuen Verträgen überzeugt werden. Doch für sie sind die oft zu komplexen Vertragsstrukturen anscheinend immer noch uninteressant.

Sinnvoller wäre es also, wenn die KBV sich vor allem auf die Umsetzung der vielen Projekte konzentrieren würde - und nicht auf die Präsentation von noch mehr Ideen, die schließlich doch nur auf dem Papier wiederzufinden sind. Aber immerhin setzt sie sich jetzt für Ärztenetze ein. Das ist ein guter Anfang.

Lesen Sie dazu auch:
Praxisnetze sind für KBV Innovationsmotor bei der Verbindung von Praxis und Klinik

[05.05.2011, 12:18:26]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Die KBV und das "Kerngeschäft"
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) täte gut daran, sich wieder auf ihr Kerngeschäft zu besinnen: Die bundesweit koordinierende Vertretung der Vertragsarztinteressen im haus- u n d fachärztlichen Bereich! Die möglichst redundanzfreie Abwicklung von Repräsentanz, Form, Inhalt und Honorierung (auch im Sinne von Anerkennung) originärer bzw. qualifizierter vertragsärztlicher Tätigkeiten!

Und der Vorstandsvorsitzende, Kollege Dr. Andreas Köhler, sollte mehr die haus- und fachärztliche B a s i s b e f r a g e n bzw. d e l e g i e r e n können. Sonst fällt sein für den hausärztlichen Bereich zuständiger Vize, Kollege Carl-Heinz Müller, als ganz Stiller im Lande völlig hinten runter.

Ein Bündel von unausgegorenen "Messeneuheiten" fällt selbst bei eifrigem Bemühen in sich zusammen, wenn das Wesentliche vernachlässigt bleibt. Denkt man beispielsweise an die grottenschlechte Performance und Wendehalspolitik bei den ambulanten Kodierrichtlinien (AKR). Bei Politik, Parlament, GKV-Kassen mit ihrem übereifrigen Spitzenverband, Ärzteverbänden, Kolleginnen und Kollegen wurde kein einziges potentielles Fettnäpfchen von der KBV ausgelassen. Sogar die KBV-Vertreterversammlung musste ihrer Führungsriege Einhalt gebieten.

Und: "Denk ich an die unzähligen KBV-Honorarreformen der letzten Jahrzehnte (!) in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht"! (frei nach H. Heine)

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z. Zt. Bergen aan Zee NL —heute Feiertag zum Gedenken an das 2. Weltkriegsende bei den Westalliierten) zum Beitrag »

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