Ärzte Zeitung, 13.05.2011

Nach der Kammerwahl in Sachsen deuten alle Zeichen auf Kontinuität

Weniger Ärzte als vor vier Jahren haben an der Neuwahl zur Kammerversammlung in Sachsen teilgenommen. Frauen sind weiter stark unterrepräsentiert.

Nach der Kammerwahl in Sachsen deuten alle Zeichen auf Kontinuität

Will erneut kandidieren: Der sächsische Kammerpräsident Professor Jan Schulze.

© Sächsische Landesärztekammer

DRESDEN (tt). Zwei Monate lang waren die Ärzte in Sachsen aufgerufen, die neue Kammerversammlung der Landesärztekammer zu wählen, es wurde appelliert, sich rege zu beteiligen - mit überschaubarem Erfolg.

Die Wahlbeteiligung bei den knapp 21.000 Ärzten lag bei 44,5 Prozent, teilte die Kammer mit. Das sind knapp zwei Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2007. Im Jahr 2003 hatten sich noch jeder zweite sächsische Arzt an der Wahl beteiligt. Fast schon traditionell das geringe Interesse in Dresden, wo nur 40 Prozent wählten. Die höchste Wahlbeteiligung gab es mit knapp 50 Prozent im Erzgebirgskreis.

133 Ärzte stellten sich zur Wahl, 101 werden in der neuen Kammerversammlung vertreten sein. Weiter sehr gering ist dabei der Anteil der Ärztinnen, er liegt wie in den Wahlen zuvor bei einem Viertel. Die meisten Delegierten, nämlich 52 Prozent, sind niedergelassene Ärzte, 41 Prozent sind angestellt und sieben Ärzte im Ruhestand. Die zwei Kammervertreter der Universitäten Leipzig und Dresden werden nicht gewählt.

Die mit Abstand bedeutendsten Fachgruppen in der Kammer sind die Internisten und Allgemeinmediziner - auch hier gibt es keine großen Veränderungen. Statt elf sind künftig nur noch fünf Chirurgen delegiert. Knapp die Hälfte der neuen Kammermitglieder sind jünger als 52 Jahre.

Die neu gewählte Kammerversammlung tritt am 17. und 18. Juni zu ihrer konstituierenden Tagung zusammen. Sie wählt aus ihrer Mitte den Präsidenten, dessen Vize, den Schriftführer und die übrigen Vorstandsmitglieder. Kammer-Sprecher Knut Köhler sagte der "Ärzte Zeitung", dass der bisherige Präsident Professor Jan Schulze erneut kandidieren wird.

Der Internist im Ruhestand musste allerdings bei der Delegiertenwahl Verluste hinnehmen. Erhielt er 2007 noch drei Viertel der im Wahlkreis Dresden abgegebenen Stimmen, waren es in diesem Jahr deutlich weniger. Mit 1031 Stimmen erhielt Schulze aber die meisten Stimmen aller Kandidaten.

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