Ärzte Zeitung, 30.05.2011

Honorar: Mehr Verantwortung in den Regionen

BERLIN (sun/af). Die schwarz-gelbe Koalition will das "Hamsterrad", in dem sich Ärzte sehen, stoppen. "Wer sich mehr anstrengt, soll davon auch etwas haben", heißt es in Regierungskreisen.

Bisher seien die Anreize dazu nicht "ausreichend gegeben". Das will die Koalition mit dem geplanten Versorgungsgesetz ändern.

Vor allem aber sollen Ärzte durch finanzielle Anreize vermehrt in unterversorgte ländliche und städtische Gebiete gelockt werden.

In Paragraf 87 SGB V soll daher künftig geregelt werden, dass die Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) vor Ort die Möglichkeit erhalten, "Preiszuschläge für besonders förderwürdige Leistungen" - wie zum Beispiel Telemedizin oder Gesprächsleistungen - vereinbaren zu können.

KVen können - bei einem entsprechendem Versorgungsbedarf - einen Strukturfonds einrichten, um so mehr Ärzte in die Region zu locken. Dort hinein sollen 0,1 Prozent der jeweiligen Gesamtvergütung von den KVen und ergänzend eine entsprechend gleich große Summe von den Krankenkassen einfließen.

Darüber hinaus plant die Koalition, die Abstaffelung der Regelleistungsvolumina in unterversorgten Gebieten abzuschaffen - und damit soll letztlich auch die Regressgefahr für Ärzte abgemildert werden.

KVen sollen den Leistungserbringern Kalkulationssicherheit ermöglichen. Ärzte sollen in etwa wissen, womit sie für die von ihnen erbrachten Leistungen rechnen können. Die psychotherapeutischen Disziplinen sollen angemessene Honorarsätze nach Zeiteinheiten erhalten.

Lesen Sie dazu auch:
Ärzten geht Bahrs Versorgungsgesetz nicht weit genug
Im Gesetz steckt der GBA 2.0
Bedarfsplanung: Flexibilität und Einfluss für die Länder
Spezialärzte: Mehr Freiheiten bei seltenen Krankheiten

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »

Partydrogen immer höher dosiert

Wiener Experten schlagen Alarm: Partydrogen wie Ecstasy und Kokain werden nach ihren Erkenntnissen wegen höherer Dosierungen und Reinheit immer gefährlicher. mehr »