Ärzte Zeitung, 31.05.2011

Harmonie zu Hoppes Abschied

Auftakt des Ärztetages in Kiel: Politik und Ärzteschaft versichern sich einer neuen Vertrauenskultur

KIEL (HL). Politischer Frühling für die Ärzteschaft: Auch nach dem Wechsel von Philipp Rösler zu Daniel Bahr als Bundesgesundheitsminister dürfen die Ärzte von Kontinuität ausgehen, die vor allem von einer neuen Vertrauens- und Gesprächskultur bestimmt ist.

Harmonie zu Hoppes Abschied

Die Eröffnungsveranstaltung des 114. Deutscher Ärztetags stand im Zeichen von Hoppes Abschied.

© Frank Schischefsky

Vor allem dies würdigte der scheidende Präsident der Bundesärztekammer, Professor Jörg-Dietrich Hoppe in seiner Rede vor dem Ärztetag in Kiel.

Er habe in seiner Amtszeit seit 1999 "schmerzliche" Vorwürfe insbesondere zur Unter-, Über- und Fehlversorgung ertragen müssen. Bei Vorgängerregierungen sei "der freiberufliche Arzt erklärtes Feindbild" gewesen.

Das geplante Versorgungsgesetz bewertete Hoppe als grundsätzlich richtig. Nach seiner Auffassung müssen die Ärztekammern in die regionale Bedarfsplanung eingebunden werden, die Bundesärztekammer solle Mitwirkungsrechte im Gemeinsamen Bundesausschuss erhalten.

Hoppe lehnt ärztliche Sterbebegleitung ab

Mit Blick auf die Beratungen zu den Prinzipien ärztlicher Sterbebegleitung am Mittwoch stellte Hoppe unmissverständlich klar: "Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ist keine ärztliche Aufgabe. Es gibt keinen Positionswandel der Ärzte."

Harmonie zu Hoppes Abschied

Jörg-D. Hoppe ließ in seiner Rede zwölf Jahre Amtszeit Revue passieren.

© Frank Schischefsky

In einem wesentlichen Punkt bleiben Positionen von Hoppe und der Politik konträr: bei der Notwendigkeit der Priorisierung.

Hoppe mahnte erneut eine politische und gesellschaftliche Debatte vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen an. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr widersprach wiederum: Auch in einer alternden Gesellschaft und bei medizinischem Fortschritt "haben wir den Ehrgeiz, Rationierung zu vermeiden und genügend Menschen für das Gesundheitswesen zu finden".

Das Versorgungsgesetz solle dazu eine wichtige Grundlage sein. Es soll stabile und verlässliche Rahmenbedingungen für junge Ärzte schaffen sowie Beruf und Familie vereinbar machen.

Realisiert werden solle dies mit weniger Vorgaben und mehr Freiheiten.

Lesen Sie alle Berichte und Hintergründe in unserem Special zum 114. Deutschen Ärztetag.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »