Ärzte Zeitung online, 31.05.2011

Hausärzte werben beim Ärztetag für ihr Fach

Hausärzte werben beim Ärztetag für ihr Fach

Wenn am Dienstagmorgen der 114. Deutsche Ärztetag beginnt, haben sich die innerärztlichen Fraktionen bereits positioniert - so auch der Hausärzteverband. Dessen Verbandchef Weigeldt wirbt für den Quereinstieg in das Fach.

KIEL (di). Der Deutsche Hausärzteverband sieht im Quereinstieg anderer Fachgruppen in die Hausarztmedizin kein innerärztliches Konfliktpotenzial. Verbandschef Ulrich Weigeldt erwartet allerdings nur punktuelle Entlastungen für die Versorgung.

"Als Hausarzt lernt man Patienten besser kennen als während der durchschnittlich acht Tage langen Verweildauer in einer Klinik", warb Weigeldt vor dem Start des 114. Deutschen Ärztetages in Kiel für den Quereinstieg.

Besonders für patientennahe Fächer wie etwa die Chirurgie oder Anästhesie könnte nach seiner Einschätzung ein Wechsel in die hausärztliche Tätigkeit in Frage kommen. Weigeldt stellte aber klar, dass er sich vom Quereinstieg keine Lösung des Hausärztemangels auf breiter Front erhofft.

Eine Größenordnung zur Wechselfreudigkeit hält Weigeldt nicht für prognostizierbar. Fest steht für ihn aber, dass deutlich mehr Kollegen den Hausarztberuf einschlagen würden, wenn sie ihn erst kennenlernen.

Für den Quereinstieg sind aus seiner Sicht eine zeitliche Begrenzung und eine Evaluation unverzichtbar. Wichtiger als den Quereinstieg schätzt der Hausärzteverband aber die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die hausärztliche Tätigkeit ein.

Auch die spezialärztliche Versorgungsebene, in der künftig Klinik- und niedergelassene Ärzte nebeneinander arbeiten sollen, beschäftigt den Hausärzteverband.

Hauptgeschäftsführer Eberhard Mehl erwartet für diesen Bereich eine komplett neue Form von Selektivverträgen. Aus Verbandssicht ist hierbei etwa von Interesse, wie die Bereinigung des Honorars organisiert wird und wie sich die KVen in dieser Frage positionieren.

Für Mehl steht fest, dass es ein neues Nebeneinander von Kollektiv- und Selektivverträgen geben muss. Dabei sind für ihn Evaluationen der Selektivverträge selbstverständlich - er stellte aber auch die Frage, warum der Kollektivvertrag auch nach Jahrzehnten noch keine Evaluation unterzogen wird.

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