Ärzte Zeitung, 01.07.2011

Ärzte sollen Patienten über Impfungen informieren

Die KV Westfalen-Lippe stellt Ärzten Informationsmaterial für die Praxen zur Verfügung. Die Initiative soll Vorbehalte gegenüber dem Impfen abbauen.

Von Ilse Schlingensiepen

Ärzte sollen Patienten über Impfungen informieren

Keine Chance den Viren: Das Plakat ist Teil der Infokampagne.

KÖLN. Die niedergelassenen Ärzte in Westfalen-Lippe sollen in ihren Praxen verstärkt über sinnvolle Impfungen für Kinder und Erwachsene informieren.

Dafür stellt die KV Westfalen-Lippe ihnen Materialien zur Verfügung. Die Initiative ist Teil der gemeinsamen Präventionsinitiative der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der KVen.

"Impfen gehört zu den einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten, doch leider herrscht teilweise noch gehörige Skepsis über die Verträglichkeit und Folgen der Immunisierung", sagt der KVWL-Vorsitzende Dr. Wolfgang-Axel Dryden.

Das sei vielfach unbegründet, weil sich die Qualität der Impfstoffe in den vergangenen Jahren stetig verbessert habe. In Westfalen-Lippe wurden im vergangenen Jahr rund 2,83 Millionen Impfungen vorgenommen, 2005 waren es noch 2,98 Millionen.

Für ihre Praxen können die Ärzte bei der KVWL witzig gestaltete Plakate und Flyer mit dem Motto "Klein und gemein - Gib Viren und Bakterien keine Chance" bestellen.

In dem Flyer erhalten Patienten Informationen über einzelne wichtige Impfungen und allgemeine Hinweise. Die Materialien sind bundesweit identisch, aber jede KV kann sie mit ihrem Logo versehen. Auch fremdsprachige Informationen zum Impfen stehen auf den Internetseiten zur Verfügung.

"Mir sind im Laufe meiner ärztlichen Laufbahn zwei bedeutende Präventionsmaßnahmen begegnet, die ein Menschenleben wirklich verlängern können - das ist zum einen Hygiene, zum anderen Impfen", sagt KVWL-Chef Dryden.

Informationen unter www.kvwl.de/vorsorge oder www.kbv.de/themen/38906.html, in Englisch, Spanisch, Französisch, Russisch und Türkisch.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »