Ärzte Zeitung online, 25.07.2011

Medi Bayern kritisiert Verzicht auf Regionalisierung

MÜNCHEN (sto). Im Kampf gegen einen drohenden Ärztemangel vor allem in ländlichen Regionen stellt der Verzicht auf Regionalisierung im GKV-Versorgungsstrukturgesetz nach Ansicht von Medi Bayern einen Rückschritt dar.

Im jetzt vorliegenden Regierungsentwurf werde die ursprünglich angekündigte Regionalisierung stillschweigend wieder zurückgenommen, kritisierte der Landesvorsitzende von Medi Bayern Dr. Alfried Schinz.

Den ersten Ankündigungen zufolge sollte das Vergütungsvolumen für die haus- und fachärztliche Versorgung regionalisiert festgelegt und angepasst werden.

Nach dem jüngsten Entwurf sollen hingegen die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Bewertungsausschuss zentral über Honorarzuschläge für besonders förderungswürdige Leistungen beschließen.

"Die Unterversorgung ländlicher Gebiete lässt sich auf diese Weise nicht lösen", kritisierte Schinz.

Aus der ursprünglichen Idee, die Probleme in den Regionen gemeinsam anzugehen, werde jetzt wohl nichts werden.

Das sei vor allem deshalb enttäuschend, weil junge Ärzte, die sich in einem unterversorgten Gebiet niederlassen wollen, Planungssicherheit benötigten. Dafür seien regionale Handlungsmöglichkeiten wichtiger denn je, so Schinz.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (17541)
Krankenkassen (16600)
Organisationen
KBV (6602)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »