Ärzte Zeitung online, 02.08.2011

Bedarfsplanung kapituliert vor Psychotherapeuten

MAINZ (chb). Obwohl die Bedarfsplanungsrichtlinie für Rheinland-Pfalz eine Überversorgung von Therapeuten und Ärzten sieht, die psychisch kranke Menschen behandeln, sieht die KV den Bedarf nicht gedeckt.

Das sei unter anderem auf die überdurchschnittlichen Fallzahlen pro Therapeut im Land zurückzuführen sowie darauf, dass in der Politik und in der Gesellschaft die Bereitschaft fehle, dem stetig wachsenden Behandlungsbedarf Rechnung zu tragen, so KV-Vorstandsmitglied Dr. Klaus Sackenheim.

Nach Angaben der KV weisen die rheinland-pfälzischen Planungsbereiche bei Nervenärzten einen Versorgungsgrad zwischen 90,2 und 186,5 Prozent auf, bei Psychotherapeuten zwischen 115,1 und 364,8 Prozent. Ab 110 Prozent gilt ein Planungsbereich als überversorgt.

Allerdings habe der Zulassungsausschuss in den vergangenen Jahren die Notwendigkeit gesehen, 40 Sonderzulassungen in der Psychotherapie und zwei in der Psychiatrie zu genehmigen.

Ein Grund dafür sei unter anderem, dass die Fallzahl pro Therapeut in Rheinland-Pfalz zwischen 180 und 309 Fällen pro Jahr liege und damit deutlich die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung errechnete Zahl von durchschnittlich 187 Patienten pro Jahr und Psychotherapeut übersteige.

Insgesamt versorgten nach Angaben der KV im ersten Halbjahr 2011 800 Psychotherapeuten und 222 Psychiater in Rheinland-Pfalz hilfesuchende Patienten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »