Ärzte Zeitung online, 05.08.2011

MVZ-Verband enttäuscht vom Versorgungsgesetz

Das Versorgungsstrukturgesetz von Gesundheitsminister Bahr ist auf dem Weg ins Parlament. Auch für MVZ hat die Regierung etliche Neuregelungen vorgesehen - die jedoch dem Verband der MVZ sauer aufstoßen.

MVZ-Verband enttäuscht vom Versorgungsgesetz

BMVZ-Chef Köppl: Reform bremst MVZ-Gründungen aus.

© BMVZ

BERLIN (af). Enttäuscht vom Versorgungsgesetz zeigt sich der Bundesverband der Medizinischen Versorgungszentren.

Die im Gesetzentwurf vorgesehenen Begrenzungen der Trägerschaft auf Vertragsärzte und Krankenhäuser bremse Neugründungen aus, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Dr. Bernd Köppl, der "Ärzte Zeitung".

Er verurteile "den ideologischen Eifer von CDU und FDP gegen die MVZ, dem es an einer nachvollziehbaren sachlogischen Begründung mangelt".

Beschränkung ist ein zahnloser Tiger

Als Symbolpolitik bezeichnete Köppl die Beschränkung auf Personalgesellschaften. "Beinahe alle MVZ sind heute schon als Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder Gesellschaften bürgerlichen Rechts organisiert", sagte Köppl.

Für die ausgeschlossenen Kapitalgesellschaften sei es nicht schwer, eine GmbH zu gründen, die die MVZ regelungskonform übernehmen könne. Bereits bestehenden MVZ in der Hand von Kapitalgesellschaften gewährt der Gesetzentwurf Bestandsschutz.

Schon in frühen Entwürfen des Gesetzes hatten sich vor allem CDU-Abgeordnete gegen Aktiengesellschaften als Träger von MVZ ausgesprochen. Grund: Das Geld der Versicherten solle nicht anonymen Profitinteressen dienen.

MVZ als Einstiegspforte für junge Ärzte

2010 zählte die Kassenärztliche Bundesvereinigung mehr als 1500 MVZ in Deutschland, in denen mehr als 7500 Ärzte überwiegend als Angestellte arbeiteten.

Beim MVZ-Verband geht man davon aus, dass sich etwa 600 Zentren in strukturschwachen Regionen und ländlichen Regionen angesiedelt hätten.

MVZ böten jungen Ärzten eine Möglichkeit, ohne wirtschaftliches Risiko ambulant tätig zu sein und Arbeit und Familie miteinander zu verbinden, sagte Köppl.

Für von Vertragsärzten geführte MVZ berge der künftig bei den Zulassungsausschüssen angesiedelte Verlegungsvorbehalt für Arztsitze Risiken, sagte Köppl.

Es sollte geklärt werden, dass in Fällen, in denen die Verlegung aus Versorgungsgründen verweigert werde, ein Arztsitz dennoch als Nebenbetriebsstätte in ein MVZ eingebunden werden könne. Schon heute seien MVZ häufig keine räumliche Einheiten mehr.

Die Zweigpraxengenehmigungen würden von den Zulassungsausschüssen vergleichsweise willkürlich erteilt. Dies stelle Vertragsärzte vor Planungsprobleme.

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