Ärzte Zeitung, 12.08.2011

Ambulante Operateure sehen sich vor dem Absturz

SELIGENSTADT (ine). In OP-Zentren ist die Zahl ambulanter Operationen seit Januar bundesweit im Schnitt um 16 Prozent zurückgegangen.

Dies sei eine Folge der Ungleichbehandlung von ambulanten Operateuren im GKV-Finanzierungsgesetz, sagt Dr. Thomas Wiederspahn-Wilz, Vorsitzender des bundesweiten Verbands von operativ und anästhesiologisch tätigen Ärzten (LAOH) in Seligenstadt.

Vor allem auf dem Land seien Praxen und OP-Zentren existenziell gefährdet, teilt der LAOH mit. Das habe eine Umfrage unter den etwa 250 Mitgliedern ergeben.

Niedergelassene Fachärzte sind Wettbewerb ausgesetzt

Da Kliniken so viel ambulant operieren dürften wie sie wollen, seien niedergelassene Fachärzte einem subventionierten Wettbewerb ausgesetzt.

Dadurch sinke ihre Bereitschaft, die Praxen aufrecht zu erhalten oder sich auf dem Land niederzulassen. Auch eine Ausweitung der ambulanten Versorgung durch Krankenhäuser, wie die Hessische Krankenhausgesellschaft es in einem Positionspapier fordert, löse das Versorgungsproblem nicht.

Kliniken verfügten dazu nicht über genügend Personal. Sinnvoller sei es, Anreize zur Erhaltung und Schaffung von Facharztpraxen auf dem Land zu setzen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »