Ärzte Zeitung online, 30.08.2011

Ärzte in NRW geben Kampf um gerechte Bezahlung nicht auf

KÖLN (iss). Die Ärzte in Nordrhein-Westfalen lassen nicht locker. Um ihrer Forderung nach einer bundesweiten Angleichung der vertragsärztlichen Vergütung Nachdruck zu verleihen, schalten die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe gemeinsam mit dem Landesverband Praxisnetze NRW heute eine neue Internetseite frei.

Ärzte in NRW geben Kampf um gerechte Bezahlung nicht auf

KVWL-Vize Nordmann: Sehr viele Argumente für die Konvergenz.

© KVWL

Dort liefern sie Argumente für eine Konvergenz und zeigen, wer sie bei ihrem Anliegen unterstützt.

Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) ist die erste und zugleich prominenteste Mitstreiterin. Die unterdurchschnittliche Bezahlung ärztlicher Leistungen bedeute einen erheblichen Standortnachteil, betont Steffens auf www.konvergenz-jetzt.de.

"Wenn es klar ist, dass ich für dieselbe Leistung weniger Geld bekomme, werde ich mir drei Mal überlegen, ob ich mich in dem Bundesland niederlasse."

Das Argument, dass die Ärzte in NRW trotzdem gut verdienen, lässt die Ministerin nicht gelten. Das liege an der geringeren Arztdichte.

"Man würde auch nicht bei einem Bäcker, einem Friseur oder jemand anderem sagen: Weil Du mehr Kunden hast, musst Du die Preise senken und deswegen bekommst Du weniger Geld für Deine Leistung."

Die drei Initiatoren werden rund 50 Verbände und Institutionen aus dem Gesundheitswesen anschreiben und um Unterstützung bitten. Die Heilberufekammern des Landes haben sie schon an ihrer Seite. Auch die Landespolitiker erhalten in den nächsten Tagen Post.

Die Schlechterstellung der ambulanten Versorgung in NRW sei nicht nur ein Problem der Ärzteschaft, sondern aller Bürger des Landes, sagt der zweite KVWL-Vorsitzende Dr. Gerhard Nordmann der "Ärzte Zeitung".

"Das ist so, als wenn wir weniger Geld für den Bau von Straßen hätten als andere Länder, schlechtere Schulen und Lehrer mit den geringsten Gehältern bundesweit."

Der Aufruf und die Internetseite sollen das Bewusstsein für die Probleme wecken und die Solidarität in NRW fördern. Für Nordmann steht fest: "Es gibt kein stichhaltiges Argument gegen die Konvergenz, aber sehr viele dafür."

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