Ärzte Zeitung online, 28.09.2011

Uniärzte drohen mit Flucht aus Hochschulmedizin

LÜBECK (di). Die Warnstreiks des Marburger Bunds haben Ärzte des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H) zu "aktiven Mittagspausen" genutzt, um die Forderungen ihrer Gewerkschaft zu unterstützen.

Uniärzte drohen mit Flucht aus der Hochschulmedizin

Forderten eine angemessene Bezahlung für ihren Beruf: Ärzte am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

© Dirk Schnack

An den Standorten in Kiel und Lübeck forderten Ärzte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) als Verhandlungspartner auf, die Medizin an den Universitäten mindestens so gut zu bezahlen wie in den Krankenhäusern kommunaler und privater Träger.

Schleswig-Holsteins MB-Chefin Dr. Hannelore Machnik erwartet, dass Ärzte sonst zu Kliniken wechseln, die die ärztliche Arbeit angemessen bezahlen.

Dieser Wechsel aus der Hochschulmedizin könne aber nicht Ziel der Politik sein: "EHEC hat gezeigt, wie wichtig universitäre Medizin ist", sagte Machnik am Rande des Warnstreiks in Lübeck.

Neben einem besseren Grundgehalt verlangen die Ärzte insbesondere höhere Nachtzuschläge, weil Arbeitsbelastung in dieser Zeit enorm angestiegen ist.

Solidarität bei anderen Berufsgruppen

"Ruhephasen gibt es nicht mehr und wir haben es mit älteren und kränkeren Patienten zu tun als früher", sagte Machnik. Hinzu kommt eine Doppelbelastung aus Stationsbetrieb in der Maximalversorgung und Forschung - mit Überstunden als Folge.

In Lübeck solidarisierten sich auch andere Berufsgruppen mit den Forderungen der Ärzte. Archivarin Catarina Schwarz etwa unterzeichnete die Forderung der Mediziner, weil sie es für "unverschämt" hält, dass Ärzte nicht mehr Geld verdienen und zugleich hohen Belastungen ausgesetzt sind.

Neben dem Norden gab es am Freitag auch in Ulm, Erlangen, Würzburg, Düsseldorf, Essen und Greifswald Aktionen des MB. Machnik, die auch Vizepräsidentin der Ärztekammer Schleswig-Holstein ist, erwartet von den Warnstreiks ein klares Signal an die Verhandlungsführer in Berlin.

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