Ärzte Zeitung, 19.10.2011

Bayerischer Ärztetag für flexiblere Weiterbildungsordnung

Die Delegierten wollen die WBO in Abstimmung bringen mit der Lebens- und Alltagswirklichkeit gerade junger Ärzte in Kliniken.

MÜNCHEN (sto). Die Forderung nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll sich nach Auffassung des Bayerischen Ärztetages auch in der Weiterbildungsordnung (WBO) widerspiegeln.

Auch mit Blick auf den drohenden Ärztemangel sollte die WBO an die Lebens- und Alltagswirklichkeit in den Kliniken angepasst werden, forderten die Delegierten.

Junge Ärzte wollen Weiterbildung so schnell wie möglich absolvieren

Grundsätzlich hätten junge Ärzte ein vitales Interesse daran, ihre Weiterbildung so schnell wie möglich zu absolvieren.

Wenn junge Ärzte jedoch vorübergehend in Teilzeit arbeiten, so geschehe dies nicht immer freiwillig und meist wegen außerklinischer, familiärer oder sozialer Verpflichtungen. Dem müsse auch die WBO Rechnung tragen und mehr Flexibilität ermöglichen.

Nicht allzu sehr in die Lebensplanung junger Ärzte eingreifen

Die Ärzteschaft sollte sich daher von der Vorstellung verabschieden, allzu sehr in die persönliche Lebensplanung junger Ärzte eingreifen zu wollen, meinten die Delegierten.

Auch für niedergelassene Ärzte sollten die Weiterbildung und der Erwerb von Zusatzbezeichnungen erleichtert werden, hieß es.

Derzeitige Weiterbildungsordnung behindere Qualitätsentwicklung in der Versorgung

Die Ärzte sollten auf diesem Weg die Möglichkeit erhalten, in ihrer Praxis neue Behandlungsschwerpunkte zu bilden, ohne dabei die Existenz aufs Spiel setzen zu müssen.

In ihrer derzeitigen Form behindere die Weiterbildungsordnung die Qualitätsentwicklung in der ambulanten Versorgung.

Zugleich forderte der Ärztetag, die WBO-Inhalte zu deregulieren. In vielen Fällen seien die als erforderlich angesehenen Untersuchungen und Maßnahmen durch keine Evidenz belegt und könnten oft nicht in der vorgesehenen Zahl erbracht werden.

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Berufspolitik (17546)

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