Ärzte Zeitung, 01.11.2011

KV Brandenburg baut neuen Standort in Potsdam

KV Brandenburg baut neuen Standort in Potsdam

Bis zum Jahr 2015 will die KV Brandenburg in ihr neues Gebäude einziehen. Mitarbeiter aus allen Standorten sollen dort zusammen kommen.

POTSDAM (ami). Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) baut. Nach langer Suche hat sie einen geeigneten Standort in Potsdam gefunden.

Dort soll bis 2015 ein Neubau errichtet werden. Das hat eine Sonder-Vertreterversammlung Mitte Oktober mit deutlichem Votum beschlossen.

Für den Neubau im Bornstedter Feld in Potsdam stimmten 21 von 30 Vertretern. Sechs Vertreter votierten dagegen.

Kritik: Standort außerhalb günstiger

Kritiker hatten vor der Beschlussfassung zu bedenken gegeben, ob nicht ein Standort außerhalb Potsdams günstiger zu erwerben wäre. Die KVBB bevorzugt aber wegen der Nähe zur Landespolitik den Standort in der Landeshauptstadt.

Auch die Forderung nach einem anderen Mietobjekt als Alternative zum Neubau wies KVBB-Chef Dr. Hans-Joachim Helming zurück. Diese Option hat die KVBB zwar prüfen lassen. Mögliche Objekte seien aber entweder zu klein oder zu teuer gewesen, so Helming.

Der Grundstückskauf steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des aufsichtführenden märkischen Gesundheitsministeriums.

Umzug für Ende 2015 geplant

Dann soll im Jahr 2012 ein internationaler Architektenwettbewerb starten. Bezugsfertig soll der Bau Ende 2015 sein.

Von den 14.500 Quadratmetern Grundstücksfläche beansprucht die KVBB 11.000 Quadratmeter zur Eigennutzung. Sie will dort alle ihre Mitarbeiter aus verstreuten Standorten zusammenziehen.

Zusätzlich könnten aber weitere Organisationen des Gesundheitswesens als Mieter einziehen, zum Beispiel die Kassenzahnärztliche Vereinigung oder die Landesärztekammer. Sie haben nach Helmings Angaben Interesse signalisiert.

Fast 30 Millionen Euro Investition

Die KVBB plant für die neue Immobilie eine Investitionssumme von 28,4 Millionen Euro ein. Die Baukosten werden zum Teil aus dem Verkauf der aktuellen KVBB-Immobilien finanziert.

Zusätzlich wird ab 2012 für acht Quartale eine Sonderumlage von 1,125 Prozent erhoben. Dieser Finanzierungsvariante hat die Vertreterversammlung den Vorzug vor einem Bankkredit gegeben.

"Das ist betriebswirtschaftlich die sinnvollste Maßnahme", sagte der Präsident der KVBB-Vertreterversammlung Dr. Torsten Braunsdorf der "Ärzte Zeitung".

Zinsloser Kredit aus der Ärztschaft

"Die Ärzte geben der KV praktisch einen zinslosen Kredit. Das Geld wird später zurückgezahlt", so Braunsdorf.

Auf diese Weise hatte die KVBB Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts bereits die jetzt als Hauptverwaltung genutzte Villa in Potsdam finanziert.

Ein Bankkredit mit 30 Jahren Laufzeit hätte nach Braunsdorfs Angaben Zinskosten von rund 15 Millionen Euro bedeutet.

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