Ärzte Zeitung online, 04.11.2011

Wird Streik der Uniärzte in letzter Minute abgewendet?

BERLIN (chb). Der Ärztestreik an den Unikliniken kann eventuell doch noch abgewendet werden. Kurzfristig wurde für heute ein Sondierungsgespräch zwischen dem Marburger Bund (MB) und der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) anberaumt.

Wird Streik der Uniklinik-Ärzte in letzter Minute abgewendet?

Vielleicht werden Ärzte - anders als im September - jetzt doch nicht streiken.

© dpa

MB-Chef Rudolf Henke stellte aber vor dem Gespräch klar, dass ein Streik nur vermieden werden kann, wenn sich die TdL über ihr bisheriges Angebot hinaus bewegt.

Der Marburger Bund fordert für die Ärzte an den Unikliniken unter anderem fünf Prozent mehr Gehalt verteilt auf 12 Monate, eine höhere Vergütung der Nachtdienste.

Henke: TdL-Vorgabe ein Tarifdiktat

Die TdL will nicht über eine Tariferhöhung von 3,75 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren hinausgehen. Das entspricht der Tarifvereinbarung, die die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für die Beschäftigten im Landesdienst ausgehandelt hat.

Henke bezeichnet diese Vorgabe der TdL als Tarifdiktat, das der Marburger Bund auf keinen Fall akzeptieren werde.

Fünf Verhandlungsrunden brachten keinen Erfolg

Der MB hatte nach fünf Verhandlungsrunden die Tarifgespräche am 30. September abgebrochen. Bei der anschließenden Urabstimmung hatten 97,4 Prozent der Ärzte an den 23 betroffenen Unikliniken für einen Arbeitskampf gestimmt. Dieser soll nach bisheriger Planung am Montag beginnen.

An den 23 Unikliniken, für die der MB mit der TdL verhandelt, arbeiten etwa 20.000 Ärzte.

Notfallversorgung gewährleistet

Sollte es trotz des Sondierungsgesprächs noch zu einem Streik kommen, soll die Notfallversorgung auf jeden Fall sichergestellt werden.Verschoben würde aber wohl ein großer Teil der elektiven Eingriffe. "Dabei kann es zu einer Leistungsreduzierung von 50 Prozent kommen", kündigte Henke an.

Der Streik ist flächendeckend und unbefristet geplant.

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