Ärzte Zeitung online, 01.12.2011

Gesundheits-Konto für mehr Durchblick

Mehr Transparenz bei der Abrechnung: Das Projekt "Gesundheitskonto Bayern" von Praxisnetzen, KV und Audi BKK in Ingolstadt soll Patienten den Durchblick über Leistungen und die Kosten dafür verschaffen.

Gesundheitskonto soll Patienten zur Eigenverantwortung anhalten

Blick auf den Kontoauszug: Das soll in Ingolstadt jetzt auch bei der Gesundheit möglich werden.

© Ulf Gähme / fotolia.com

MÜNCHEN (sto). Ein Modellversuch zur Kostentransparenz für gesetzlich Krankenversicherte soll voraussichtlich im April kommenden Jahres im Raum Ingolstadt unter dem Projekttitel "Gesundheitskonto Bayern" starten.

Bei dem Projekt übernimmt die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) zusammen mit der Betriebskrankenkasse Audi die Abrechnung von Einzelleistungen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), die Bestandteil des GKV-Leistungskatalogs sind.

Ziel des Projektes sei mehr Transparenz bei der Abrechnung und bei den ambulanten Behandlungskosten für die Versicherten. Das erklärte die stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Dr. Ilka Enger, bei der Vertreterversammlung.

Versicherte sollen nicht zu Privatpatienten "mutieren"

Im Gegensatz zur Patientenquittung, "die dem Patienten eine Bezahlung vorgaukelt, die der Arzt bekommen würde, wenn er nicht abgestaffelt wird", schaffe das Gesundheitskonto tatsächlich Offenheit und stärke die Eigenverantwortung der Versicherten, erklärte Enger.

Der Versicherte werde durch seine Teilnahme an dem Ingolstädter Praxisnetz-Projekt nicht zum Privatpatienten mutieren.

Und so soll das Modell funktionieren: Die Versicherten können sich ein individuelles Gesundheitskonto einrichten lassen, auf das die Audi BKK zehn Prozent der ambulanten Behandlungskosten des Patienten aus dem Vorjahr als Startguthaben überweist.

Belastung mit zehn Prozent der GOÄ

Behandlungskosten des laufenden Jahres werden mit einem konstanten GOÄ-Satz abgerechnet und dem Konto mit zehn Prozent der Kosten belastet.

Einen positiven Saldo kann sich der Patient am Ende des Jahres auszahlen oder ins Folgejahr übertragen lassen.

Wenn das Guthaben des Gesundheitskontos aufgebraucht ist, erfolgt eine Eigenbeteiligung des Patienten bis zu einer festgelegten Obergrenze. Damit werde für den Patienten ein Anreiz geschaffen, von sich aus unnötige Behandlungskosten zu vermeiden, erläuterte Enger.

Die Patienten sollen regelmäßig Kontoauszüge mit einer verständlichen Beschreibung der abgerechneten Leistungen bekommen. Für Vorsorgeuntersuchungen und Präventionsleistungen wird keine Eigenbeteiligung fällig.

[02.12.2011, 18:37:41]
Peter Friemelt 
Super Sache für Gesunde- Kein Vorteil für chronisch Kranke
Super Sache für Gesunde, die immer schon was von ihrem Beitrag sparen wollten.
Kein Vorteil für chronisch Kranke, die schnell ihr Guthaben aufgebraucht haben werden.

Lieber wäre mir, wenn sich die KV dafür einsetzen würde, dass das Geld innerhalb der Kassenärzte gerechter verteilt wird und das solidarische Gesundheitssystem gestärkt wird.

Peter Friemelt, München zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »