Ärzte Zeitung online, 27.12.2011

KV Berlin sieht keine Überversorgung

KV Berlin wehrt sich gegen Vorwurf der Überversorgung

BERLIN (ami). Berlin ist faktisch nicht überversorgt, auch wenn es zahlenmäßig derzeit so aussehen mag. Darauf weist die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KVB) hin.

Die These von Krankenkassenvertretern, dass in Ballungsräumen Überversorgung herrsche, halte einer Überprüfung der Faktenlage nicht stand, so der Berliner KV-Vize Dr. Uwe Kraffel.

Nach seinen Angaben müsste die KV in Berlin den Forderungen von Kassenvertretern nach Praxisstilllegungen entsprechend etwa 773 Psychotherapeutenpraxen, 75 Kinderarztsitze und fast jede dritte fachärztliche Internisten-Praxis aufkaufen.

"Niemand kann ernsthaft glauben, diese Arztsitze seien für die Versorgung in Berlin entbehrlich, zumindest kein Patient in Berlin und Umland", so Kraffel.

Das im GKV-Versorgungsstrukturgesetz vorgesehene Instrument des Praxisaufkaufs durch KVen sei kein "Allzweckmittel". Der Berliner KV-Vize betrachtet es vielmehr als "allerletztes Mittel", wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen.

Aus seiner Sicht ist klar, dass vorher eine Neuordnung und Aktualisierung der Bedarfsplanung vorgenommen werden muss.

Die Politik mahnte Kraffel dazu, dass sie "nicht der Mär glaubt, die reale Unterversorgung könne mit dem Abbau einer vermeintlicher Überversorgung bekämpft werden."

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