Ärzte Zeitung online, 04.12.2011

Ärztestreik an kommunalen Kliniken rückt näher

Marburger Bund bricht Tarifverhandlungen mit kommunalen Arbeitgebern ab und leitet Urabstimmung ein.

Ärztestreik an kommunalen Kliniken rückt näher

Es ist fünf vor Streik: In einer Urabstimmung klären die Mitglieder des Marburger Bundes, ob es zu einem Ärztestreik an kommunalen Kliniken kommen soll.

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BERLIN (chb). Den kommunalen Kliniken droht ab Ende Januar ein Streik der Ärzte.

Die Große Tarifkommission des Marburger Bundes (MB) hat am Freitagnachmittag beschlossen, die Tarifverhandlungen mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) abzubrechen.

Urabstimmung beginnt am 9. Dezember

Jetzt sollen in einer Urabstimmung vom 9. Dezember 2011 bis 9. Januar 2012 die Mitglieder des MB über einen Arbeitskampf entscheiden. Ab dem 26. Januar 2012 könnte es dann laut MB-Sprecher Hans-Jörg Freese an den 600 kommunalen Kliniken im Tarifbereich der VKA zu Streiks kommen.

Dazu ist eine Zustimmung von 75 Prozent der teilnehmenden Mitglieder erforderlich.

"Die kommunalen Arbeitgeber haben mit ihrem Angebot mehr als deutlich signalisiert, dass sie kein Interesse an einer raschen Kompromisslösung haben. Wir haben den Konflikt nicht gewollt, er wird uns von der VKA aufgezwungen", sagte MB-Chef Rudolf Henke nach dem Beschluss der Tarifkommission.

MB fordert sechs Prozent mehr Gehalt

Der MB hatte die Tarifverhandlungen mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) am 22. November unterbrochen. Den Ärzten war das von der VKA vorgelegte Angebot deutlich zu niedrig.

Die Arbeitgeber hatten eine lineare Tariferhöhung von 1,48 Prozent angeboten, eine Steigerung der Bereitschaftsdienstentgelte in gleicher Höhe sowie eine Einmalzahlung von 250 Euro.

Konkrete Angebote für eine bessere Organisation der Bereitschaftsdienste wurden nicht vorgelegt.

Der MB fordert dagegen für die etwa 55.000 Ärzte an den kommunalen Kliniken unter anderem sechs Prozent mehr Gehalt und eine Begrenzung der Bereitschaftsdienste auf vier pro Monat.

Die VKA reagierte auf den Abbruch der Verhandlungen mit Unverständnis. "Der MB verlässt den Tisch, bevor überhaupt ernsthaft verhandelt wurde. In diesem Stil werden wir zu keiner Tarifeinigung kommen", sagte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann.

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