Ärzte Zeitung, 06.12.2011

KV Hamburg warnt vor immer mehr Bürokratie

HAMBURG (di). Der Abgleich der Adressdaten wird nach Überzeugung der KV Hamburg mit Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für zusätzlichen Aufwand in den Arztpraxen sorgen.

Mit einem einstimmigen Beschluss hat sich die KV-Vertreterversammlung in Hamburg nun gegen die Ausweitung von Bürokratie in den Praxen ausgesprochen.

"Mit Einführung der E-Card müssen die Arztpraxen bei jedem Patienten online die Korrektheit der Adressdaten prüfen. Das kostet viel Zeit, die wir lieber für die Patientenversorgung aufwenden würden", sagte Hausärztin Dr. Silke Lüder.

Nach ihrer Auffassung ist der Abgleich der Adressdaten "ureigenste Aufgabe der Krankenkassen".

"Wir sind keine Außenstellen der Kassen und wehren uns entschieden dagegen, dass immer neue Verwaltungsarbeiten in den Praxen abgeladen werden", sagte Lüder. Die entschiedene Gegnerin der E-Card verwies auch auf die mit der Einführung verbundenen Kosten.

[06.12.2011, 16:35:50]
Dr. Birgit Bauer 
Kolleginen und Kollegen, wann wachen wir endlich auf !!!
Ich kann der Kollegin Lüder nur Recht geben.
Wie lange lassen wir uns von den Kassen (die in der Menge niemand braucht)und unserer sogenannten Selbstverwaltung am Nasenring durch die Arena zerren? Was, wenn das Internet nicht funktioniert, schicke ich dann meine Pat. nach Hause? Die Praxiscomputer sind jetzt schon mit der Datenflut immer neuer Updates überfordert.
Die Strukturen unseres Gesundheitssystem ähneln einem unüberschaubaren Labyrinth.
Die intellektuellen Leistungen der in der Bundesregierung dafür Zuständigen bewegen sich auch nur in formaljuristischen Grenzen und entbehren jedes intelligenten Einfalls.
Da wir uns im Kollegenkreis durch die unterschiedlichsten Betroffenheiten nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen können, sollten wir unsere Pat.um Unterstützung bitten.
Seit geraumer Zeit habe ich in meiner Praxis die Kontaktdaten der unabhängigen Patientenberatung ausliegen und bitte die Pat. ihre eigenen Betroffenheiten dort vorzutragen.
Wann gibt es in Deutschland endlich ein patientenorientiertes Gesundheitswesen ?
Jeder derzeit in den Strukturen Etablierte sieht nur seinen Vorteil und will den natürlich erhalten.
Die Anamnesen der Pat., die zwischen den Strukturen zerrieben werden, vielfach mit Methoden , die m.E. menschenrechtsverletzend ergo grundgesetzwidrig sind , müssen in unabhängigen Strukturen erfasst und einer Auswertung zugeführt zu werden.
Daraus ergeben sich dann wirkliche Handlungsnotwendigkeiten - z.B. eine GOÄ für alle Pat. egal ob GKV oder PK, gleiche Bewertung der ärztlichen Leistung im Krankenhaus und in der Praxis, dadurch Überwindung der Sektorengrenzen, Reduzierung der patientenfernen Arbeitsstellen für Ärzte mit deutlich bevorzugten Arbeitsbedingungen , Reformierung des völlig überholten Kur- und Gutachterwesens u.s.w.,u.s.w.
Liebe Kollg. vielleicht haben sie noch weitere Vorschläge.
Die derzeitige Struktur ist jedenfalls nicht zukunftsfähig.
Vielleicht finden wir uns als betroffene Kolleginnen und Kollegen doch noch zusammen, die Hoffnung sollte nicht aufgegeben werden !
M.f.G. B.Baue
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