Ärzte Zeitung, 07.12.2011

Weiterbildung: Thüringen weitetet Förderung aus

KV Thüringen fördert Weiterbildung in allen Fachgruppen

Das Förderprogramm für Ärzte in Weiterbildung in Thüringen soll ausgeweitet werden. Bislang war die Unterstützung auf Hausärzte begrenzt.

Von Robert Büssow

WEIMAR . Thüringen dehnt sein Förderprogramm für Ärzte in Weiterbildung erheblich aus. Ab dem kommenden Jahr sollen sämtliche Fachgebiete von der üppigen Förderung profitieren, die bislang auf angehende Hausärzte begrenzt war.

Damit will die KV Thüringen rechtzeitig auf den sich abzeichnenden Mangel in weiteren Fachbereichen reagieren.

Die finanzielle Hilfe soll in gleicher Höhe wie für Hausärzte erfolgen, bislang ist allerdings nur der Anteil der KV sichergestellt. Die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin wird derzeit mit mindestens 3500 Euro monatlich jeweils zur Hälfte von KV und Krankenkassen finanziert.

Mit der Ausweitung auf alle Fachgebiete ab 2012 wagt die KVT einen Vorstoß. "Nun sind die Kassen am Zuge, ebenfalls ihren Beitrag zu leisten", sagt Thomas Schröter, zweiter KV-Vorsitzender. Die Förderung erfolge jedoch auch unabhängig von einer Mitfinanzierung der Kassen.

Jede zweite Praxis braucht bald einen Nachfolger

Laut Prognose des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung muss bis 2020 jede zweite Praxis in Thüringen neu besetzt werden. Außer Hausärzten (56 Prozent) sind vor allem Urologen (58), Chirurgen (56) und Kinder- (58) und Augenärzte (51) betroffen.

Bis zu 88 Ärzte in Weiterbildung zum Allgemeinmediziner in der ambulanten und stationären Versorgung will die Kassenärztliche Vereinigung im kommenden Jahr unterstützen. Die dafür nötigen Finanzmittel wurden von der Vertreterversammlung freigegeben.

Die Vertragsärzte erhalten von der KV einen monatlichen Zuschuss von 2000 Euro. Davon entfallen 250 Euro auf die Förderung in unterversorgten Gebieten und solchen, wo Unterversorgung absehbar droht.

Schröter ruft darüber hinaus alle Ärzte in Weiterbildung dazu auf, ab kommendem Jahr die neu geschaffene Möglichkeit zu nutzen, durch Einschieben eines ambulanten Abschnittes in ihr persönliches Facharztcurriculum den Sprechstundenalltag in ihrem Gebiet kennenzulernen. Die bisherigen finanziellen Hürden seien erstmals deutlich gesenkt worden.

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