Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung online, 09.12.2011

Gynäkologen warnen vor Freigabe der "Pille danach"

MÜNCHEN (dpa). Deutschlands Frauenärzte warnen vor der Freigabe der "Pille danach".

"Ihre Verabreichung erfordert unbedingt eine ärztliche Einschätzung und Begleitung", erklärte der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), Dr. Christian Albring, am Donnerstag in einer Mitteilung in München.

Die in dem Mittel enthaltenen Steroidhormone seien keine beliebigen Pharmaka. Die Dosis des Hormons Levonorgestrel sei bei der Notfall-Kontrazeptivum 15 Mal höher als bei der Antibabypille.

Nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit könnten auftreten.

In Großbritannien gibt es derzeit eine Debatte um die kostenlose Zusendung der Pille. Dort kann das Medikament auf der Internetseite der staatlichen Schwangerschaftsberatung BPAS von Frauen bestellt werden. Politiker und Verbände kritisieren die Aktion scharf.

"Die Erfahrungen im In- und Ausland, wo aus personeller und finanzieller Not die Verordnungspflicht aufgehoben wurde, haben gezeigt, dass die kompetente ärztliche Beratung erforderlich ist", hieß es in der BVF-Mitteilung.

Mädchen und Frauen könnten nicht einschätzen, ob und wann sie die "Pille danach" einnehmen müssen. Mehr als 50 Prozent der Betroffenen bräuchten das Medikament gar nicht.

"Die Rate der Schwangerschaftsabbrüche konnte durch eine Freigabe nicht reduziert werden", betonte Albring.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »