Ärzte Zeitung online, 09.12.2011

Neuer EBM kommt nicht vor 2014

Der Einheitliche Bewertungsmaßstab wird angepasst, aber erst 2014, betont KBV-Chef Köhler. Einige Kassenleistungen sollen zudem privat versichert werden.

Neuer EBM kommt nicht vor 2014

EBM: Neufassung erst 2014.

© nös

BERLIN (sun). Der Einheitliche Bewertungsmaßstab soll in Schritten angepasst werden - jedoch nicht vor 2014. Das hat der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Köhler, anlässlich der KBV-Vertreterversammlung am Freitag in Berlin angekündigt.

"Im Versorgungsstrukturgesetz ist die Zielsetzung enthalten, die Pauschalen zurückzufahren und stärker zu differenzieren", sagte Köhler. Wie das allerdings geschehen solle, müsse zunächst innerhalb der ärztlichen Selbstverwaltung beraten werden.

"In Zeiten von Sparrunden, Schuldenbremse und Haushaltssperren ist es uns gelungen, die ambulante Versorgung sicher durch die Krise zu bringen", sagte Köhler vor den Delegierten.

Dennoch müsse überlegt werden, wie das Gesundheitssystem in Zeiten des demografischen Wandelns und des medizinischen Fortschritts finanziert werden könne.

Zusatzversicherung durch die PKV

Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung müsse auf eine breite Basis gestellt werden, wenn sie die Versorgung langfristig sicher solle, so Köhler. Daher sei eine Diskussion darüber notwendig, ob weiterhin eine gesetzliche und private Krankenversicherung nebeneinander existierten sollten.

"Bemerkenswert ist, dass die privaten Versicherungskonzerne sich selbst insgeheim vom Geschäftsmodell der Vollversicherung zu verabschieden scheinen", betonte Köhler.

Im künftigen Leistungskatalog solle daher zwischen Grund- und Wahlleistungen unterschieden werden. Die Grundleistungen hätten jedoch wahrscheinlich in etwa den Umfang des heutigen Leistungskatalogs der Kassen - alles andere würde die Gesellschaft nicht akzeptieren, so Köhler.

Die gesetzlichen Kassen könnten dann diese Grundleistungen versichern, die privaten die darüber hinausgehenden Angebote per Zusatzversicherung. Köhler rechnete vor, dass so ein Volumen von bis zu 15 Milliarden Euro jährlich aus der GKV genommen werden könnte.

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