Ärzte Zeitung online, 12.12.2011
Untreue? Staatsanwalt ermittelt gegen KV-Vorstände
Jetzt könnte es brenzlig werden für die drei Vorstände der KV Berlin: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und wird die umstrittenen Zahlungen von knapp 550.000 Euro überprüfen.

Der Vorstand der KV Berlin: Vorsitzende Dr. Angelika Prehn (v.l.), Dr. Uwe Kraffel und Burkhard Bratzke.
© Angela Mißlbeck (2), Rolf Schulten
BERLIN (eb). Die umstrittenen Zahlungen von knapp 550.000 Euro an die drei Vorstände der KV Berlin haben nun den Staatsanwalt auf den Plan gerufen. Er ermittelt wegen des Verdachts der Untreue.
Die Staatsanwaltschaft Berlin habe auf Grundlage einer Privatanzeige ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, sagte nach Angaben des rbb die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Simone Herbeth, am Montag. Überprüft werde der Vorwurf der Untreue.
Czaja kündigt Gespräche an
Druck erhält die KV-Spitze auch vom Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). Er selbst werde in der nächsten Woche Gespräche mit dem Vorstand führen, kündigte Czaja an. Der Senat werde gegebenenfalls die Rechtsaufsicht einschalten.
Fest stehe, dass der Senat, obwohl er die Rechtsaufsicht über die KV hat, von den Zahlungen nicht nur verspätet, sondern gar nicht informiert worden war, so Czaja in der "rbb-Abendschau".
Die drei Vorstände der KV sollen insgesamt 549.000 Euro, die als Überbrückungsgeld gedacht waren, zur erfolgsunabhängigen Prämie umgewidmet haben und den neuen Vorsitzenden der VV zur Auszahlung überrumpelt haben.

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