Ärzte Zeitung, 19.12.2011

Kommentar

Bayerns Hausärzte vor der Spaltung

Von Jürgen Stoschek

Der angekündigte Austritt von Dr. Wolfgang Hoppenthaller aus dem Bayerischen Hausärzteverband könnte für den Verband bedrohliche Folgen haben. Der im November abgewendete Bruch zwischen dem BHÄV und einer stattlichen Anzahl von Hausärzten, die sich in der Initiative "Hausarzt quo vadis" zusammengefunden haben, ist nun doch eingetreten.

Noch ist nicht abzusehen, wie viele Mitglieder Hoppenthaller folgen. Etliche Hausärzte haben dem Verband aber bereits den Rücken gekehrt. Die Protagonisten von "Hausarzt quo vadis" sprechen von einer Austrittswelle aus dem BHÄV.

Das aber wirft die Frage auf: Steht die Mehrzahl der Hausärzte noch hinter dem Verband? Und: Kann sich der BHÄV noch darauf berufen, ein Mandat für den Abschluss von Hausarztverträgen zu haben? "Hausarzt quo vadis" hat dieses Problem inzwischen mit einer Umfrage im Internet thematisiert.

Der Trend ist eindeutig. Demnach meint eine - allerdings zahlenmäßig kleine - Mehrheit, dass die derzeitige Führung des BHÄV kein Mandat (mehr) hat, für die gesamte bayerische Hausärzteschaft Honorarverträge abzuschließen. Der Vorstand des BHÄV steht mehr denn je unter Druck. Es geht um die Zukunft des Verbandes.

Lesen Sie dazu auch:
Bayerischer Hausärzteverband vor der Zerreißprobe

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Berufspolitik (17093)
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Jürgen Stoschek (387)
[19.12.2011, 10:39:18]
Dr. Karlheinz Bayer 
Die Frage ist falsch gestellt!

De Frage müßte lauten, stand jemals eine Mehrheit der Hausärzte hinter dem Hausärzteverband? Ich kann mich natürlich Ärzteverband oder Bayernverband nennen. Damit habe ich aber noch lange keinen Alleinvertretungsanspruch für Ärzte oder Bayern oder beides. zum Beitrag »

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