Ärzte Zeitung, 20.12.2011

"Goldene Ente" für KV-Chef Hauptmann

SAARBRÜCKEN (kud). Als "mutig, kompetent und absolut uneitel" hat der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium und CDU-Gesundheitsexperte Josef Hecken den Vorsitzenden der saarländischen KV, Dr. Gunter Hauptmann, gewürdigt.

KV-Chef Hauptmann von Journalisten für Transparenz geehrt

Geehrt: KV-Chef Dr. Gunter Hauptmann.

© Pasquale d’Angiollino

Bei der Verleihung der "Goldenen Ente" der Landespressekonferenz Saar (LPK) an Hauptmann sagte Hecken, in seiner früheren Funktion als saarländischer Gesundheitsminister habe er den KV-Chef als "angenehm und freundlich im Umgang, aber knochenhart in der Sache" erlebt.

Gleichzeitig habe Hauptmann keinen Schmusekurs mit den Ärzten gefahren und manchen beim Vorantreiben von besseren Versorgungsstrukturen auf die Füße getreten.

Auch die Journalisten bescheinigten Hauptmann Integrität, transparentes Handeln und Geradlinigkeit, die er unter anderem bei seinem konsequenten Vorgehen in Betrugsfällen unter Beweis gestellt habe.

Hauptmann als erster Arzt ausgezeichnet

Hauptmann bekannte sich in seiner Dankesrede zu diesem Kurs. Man müsse schwarze Schafe von der Herde trennen, um deren Ruf nicht insgesamt zu ruinieren. "Das ist nicht nur für die Betroffenen und für die übrige Herde eine bittere Angelegenheit, sondern auch für den Schäfer", so Hauptmann.

Weiter beklagte er, das deutsche Gesundheitswesen zeichne sich durch "eine kaum zu überbietende Regelungsdichte, Reformierungswut und damit einhergehende Intransparenz aus".

Dies erzeuge Unbehagen, Unverständnis, Misstrauen und Ablehnung. Den Preis sehe er als Ansporn, sich auch in Zukunft zu bemühen, dass manches in dem System verständlicher wird.

Mit der "Goldenen Ente" werden seit 1973 besonders informationsfreudige Personen des öffentlichen Lebens geehrt.

Zu den Preisträgern gehören unter anderem der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker oder der Informatik-Professor Wolfgang Wahlster. Mit Hauptmann wurde erstmals ein Arzt ausgezeichnet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »