Ärzte Zeitung online, 27.12.2011

KV Bayerns sieht Krokodilstränen bei Kassen

KV Bayerns sieht Krokodilstränen bei Kassen

MÜNCHEN (maw). Die Einstellung der Dachmarke "Ausgezeichnete Patientenversorgung" zum Jahresende tangiert die medizinische Versorgung der bayerischen Bevölkerung nach Ansicht von Dr. Wolfgang Krombholz, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), in keiner Form.

Krombholz reagiert mit seiner Aussage auf Vorwürfe der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern, wonach das Ende der Dachmarke einen Rückschritt für die medizinische Versorgung bedeute.

"Fakt ist, dass niemand schlechter versorgt wird, weil das vom früheren Vorstand der KVB gemeinsam mit einigen Krankenkassen im Jahr 2008 aufgelegte Logo der 'Ausgezeichneten Patientenversorgung‘ von uns nicht mehr weitergeführt wird", erläuterte der KVB-Chef in München.

Krombholz: "Die unter der Dachmarke zusammengefassten 18 Maßnahmen bleiben alle wie bislang bestehen und können - wenn die Krankenkassen bereit sind, dafür auch Geld in die Hand zu nehmen - sogar ausgebaut und erweitert werden."

Die Kassenvorstände führten laut KVB-Vize Dr. Pedro Schmelz eine Scheindiskussion. "Auf der einen Seite vergießen sie Krokodilstränen wegen des Endes eines so genannten Qualitätssiegels, sind auf der anderen Seite aber nicht bereit, für die haus- und fachärztliche Basisversorgung der bayerischen Bevölkerung zusätzliche Gelder in die Hand zu nehmen", ließ er seinem Frust freien Lauf.

Trotz der durch den Ärztemangel bedingten, immer größer werdender Lücken in der ambulanten Versorgung wollen die Krankenkassen, so Schmelz, den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten im nächsten Jahr eine Nullrunde beim Honorar zumuten.

"Von einer Urkunde an der Wand haben die Patienten nichts, von leistungsfähigen, kompetenten und motivierten Ärzten und Psychotherapeuten hingegen sehr viel", untermauerte die zweite KVB-Vize Dr. Ilka Enger.

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