Ärzte Zeitung online, 01.01.2012

Traumanetzwerk mit rotem Telefon

BRAUNSCHWEIG (cben). In Niedersachsen haben sich acht Kliniken zum Traumanetzwerk Nordost-Niedersachsen zusammengeschlossen. Damit ist nach dem kürzlich eröffneten Traumanetzwerk Hannover das zweite Netz in Niedersachsen am Start.

"Die Region Nordost-Niedersachsen stellt somit eine flächendeckende und heimatnahe Versorgung von Schwerverletzten sicher", sagt eine Sprecherin des Klinikums Braunschweig.

Jeder schwerverletzte Patient soll nun innerhalb von 30 Minuten in einem geeigneten Krankenhaus aufgenommen werden können. Die Beteiligten haben sich zu standardisierten Qualitätsmaßstäben verpflichtet.

Dazu kommen Fort- und Weiterbildungen sowie Struktur- und Prozessfestlegungen aller Beteiligten, regelmäßige Treffen und Fallbesprechungen. Auch die Rettungsdienste werden einbezogen.

Telefone für mehr Kommunikation

"In der Vergangenheit hat es Probleme gegeben, wenn kleinere Kliniken einen Patienten wegen der bessern Behandlungsmöglichkeiten an größere Häuser abgeben wollten", sagt Marion Lenz, vom Klinikum Braunschweig.

"Jetzt hat jede Klinik ein rotes Telefon, um die Kommunikation zu verbessern."

Am Traumanetzwerk Nordost-Niedersachsen sind zwei überregionale, vier regionale und zwei lokale Traumazentren beteiligt: die Klinika in Gifhorn, Salzgitter, Uelzen und Wolfsburg.

Zu den lokalen Traumazentren gehören das Klinikum Helmstedt und das Klinikum Wolfenbüttel. Überregionales Zentrum ist neben dem Klinikum Braunschweig das Klinikum Celle.

Derzeit erarbeiten die Kliniken zusammen mit der TU Braunschweig eine "Bildkommunikationsstruktur", wie es hieß. Damit sollen die Kliniken Befunde oder Untersuchungsbilder schnell austauschen können. Das Pilot-Projekt wird Anfang 2012 starten.

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