Ärzte Zeitung online, 04.01.2012

DMP funktioniert - trotz mangelnder Kooperation

Der Qualitätsbericht aus Bayern zeigt: Mit strukturierten Versorgungsprogrammen lassen sich Behandlungserfolge bei chronisch kranken Patienten erzielen. Schwachpunkt ist aber noch die Kooperation unter Ärzten.

DMP: Patienten profitieren trotz mangelnder Kooperation unter Ärzten

Archiv: Zahl der DMP bundesweit.

MÜNCHEN (maw). Die Einrichtung strukturierter Versorgungsprogramme ist grundsätzlich der richtige Weg zu einer besseren Versorgung chronisch kranker Patienten mittels einer koordinierten Behandlung durch Ärzte unterschiedlichster Fachgruppen.

Das belegen Dokumentationsdaten aus Disease Management Programen (DMP), die die Gemeinsame Einrichtung DMP Bayern in Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Einrichtung DMP Brustkrebs Bayern für ihren "Qualitätsbericht 2010 - Disease Management Programme in Bayern" ausgewertet haben.

Auf der einen Seite kennzeichnet der Bericht deutliche Erfolge bei Patienten, die in DMP-Programme eingeschrieben sind, auf der anderen Seite offenbart er aber auch noch große Defizite im Bereich der innerärztlichen Kooperation sowie der intersektoralen Zusammenarbeit.

Positives Beispiel DMP Asthma

Auf der Erfolgsseite verweist der Qualitätsbericht exemplarisch auf das DMP Asthma, bei dem durch eine gezielte Qualitätsmaßnahme der Anteil an Patienten mit Einsatz eines von der Deutschen Atemwegsliga entworfenen Asthma-Selbstmanagementplans deutlich gesteigert werden konnte.

Der DMP-Trainer - eine DMP-spezifische Online-Fortbildung für Ärzte - ist laut Qualitätsbericht seitens der Ärzte eine der wesentlichen Stellschrauben zur weiteren Optimierung der strukturierten Versorgungsprogramme.

Grund zur Sorge bereite hingegen die suboptimale Kooperation zwischen Ärzten, wenn es um die - nicht häufig genug erfolgte - Überweisung zum Facharztkollegen geht. Exemplarisch wird hier auf die Untersuchung des Augenhintergrundes und die Behandlung des diabetischen Fußes genannt.

Die Autoren des Qualitätsberichtes machen sich zur weiteren Optimierung der DMP-Programme in der Praxis stark für den Einsatz von Best-Practice-Methoden - zum Beispiel im Sinne eines interrregionalen Vergleichs.

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