Freitag, 25. Mai 2012
Ärzte Zeitung, 09.02.2012

Südwest-KV sieht IGeL in Gefahr

FRANKFURT/STUTTGART (maw). Das vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDS) und dem GKV-Spitzenverband gemeinsam ins Leben gerufene Online-Portal www.igel-monitor.de sorgt weiterhin für Streit zwischen Kassen und Ärzten. Dabei geht es vor allem um den Sinn von Selbstzahlerleistungen im Allgemeinen und um die auf dem Portal bewerteten 24 Angebote.

Jüngstes Beispiel: Während der BKK Landesverband Hessen nach eigenen Angaben "in die Offensive" geht und "vor der ungeprüften Inanspruchnahme" von IGeL warnt, klassifiziert die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württembergs (KVBW) die Selbstzahlerangebote inzwischen sogar als "eine bedrohte Spezies".

Mit Blick auf die Finanzlage der gesetzlichen Kassen rechtfertigt die KVBW die Existenz der IGeL: "Sie werden nie das gesamte Spektrum der Schulmedizin und alternativen Medizin abdecken können."

Das sage aber nichts über die Qualität der Angebote aus. "Wenn gewisse Leistungen nicht Teil des Angebotes sind, ist das nicht gleichbedeutend mit einer negativen Bewertung", wie KVBW-Vorstand Dr. Norbert Metke verdeutlicht.

Zudem koste eine Durchschnitts-IGeL nicht mehr als ein Besuch beim Friseur oder Nagelstudio, schiebt Metke nach.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Ärzte, vernetzt Euch!

Vom Deutschen Ärztetag soll ein Aufruf ausgehen für mehr vernetztes Arbeiten von Ärzten. Doch die Botschaft stieß nicht auf einhellige Begeisterung. Denn Kooperationen bergen auch das Risiko neuer Abhängigkeiten für Ärzte, warnten Delegierte. mehr »

Ein Jahr nach EHEC: "Viele Ärzte haben gar nicht gemeldet"

Viel wurden die Behörden während der EHEC-Epidemie gescholten. Doch auch an der Basis, bei den Ärzten, lief nicht alles rund. Im Interview zieht der Chef-Epidemiologe vom Robert Koch-Institut, Professor Gérard Krause, Lehren und spricht über selbst ernannte Experten. mehr »

Geplante Patientenrechte sorgen für lange Gesichter

Schlechte Noten für das Patientenrechte­gesetz: Der vom Kabinett verabschiedete Entwurf gilt als kleinster gemeinsamer Nenner. Länder, Kassen und Opposition nörgeln, haben aber auch Ideen, wie der Entwurf in ihren Augen noch gerettet werden kann. mehr »