Ärzte Zeitung, 15.02.2012

NRW: Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin

KÖLN (iss). In Nordrhein-Westfalen wollen sich die Allgemeinmediziner an den Universitäten gemeinsam für die Sicherung der hausärztlichen Versorgung im Land einsetzen.

Sie haben sich Anfang Februar zum "Kompetenzverbund Allgemeinmedizin NRW" zusammengeschlossen und wollen in Forschung, Lehre, Fort- und Weiterbildung sowie Öffentlichkeitsarbeit künftig an einem Strang ziehen.

"Wir sind ein Netzwerk, in dem alle auf Augenhöhe zusammenarbeiten", sagt der Sprecher des Verbunds Professor Stefan Gesenhues, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Essen.

Es beteiligen sich die allgemeinmedizinischen Abteilungen und Institute der Universitäten Aachen, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Duisburg/Essen, Köln, Münster und Witten/Herdecke.

Eine wichtige Herausforderung sehen die Mitglieder des Verbunds im Kampf gegen den Nachwuchsmangel in der Allgemeinmedizin.

"Auch an den Universitäten bekommen wir Anrufe von Bürgermeistern, die in ihren Orten Hausarztstellen nicht besetzt bekommen und uns um Hilfe bitten", berichtet Gesenhues.

Universitärer Blickwinkel keine Gefahr

Wegen der sich abzeichnenden Versorgungsprobleme sei es wichtig, die Studierenden möglichst früh für die Allgemeinmedizin zu begeistern. Ein wichtiger Ansatzpunkt sei dabei das Praktische Jahr Allgemeinmedizin.

"Das ist eine der Voraussetzungen, um Nachwuchs für unser Fach zu gewinnen." In Essen entfielen inzwischen 20 Prozent der PJ-Plätze auf die Allgemeinmedizin. Das habe sich bewährt.

Der Kompetenzverbund verstehe sich auch als Ansprechpartner für die Politik, sagt Gesenhues. "Wir stellen unsere Expertise zur Verfügung."

Die Gefahr, durch den universitären Blickwinkel die konkreten Anforderungen der hausärztlichen Tätigkeit aus den Augen zu verlieren, sieht er nicht.

Schließlich seien die Ärzte alle auch in der Praxis tätig. "Wir haben Kontakt zur Basis und sitzen nicht im Elfenbeinturm."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »