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Ärzte Zeitung, 07.05.2012

Votum für den Primärarzt

HAMBURG (eb). Die Delegiertenversammlung des Deutschen Hausärzteverbandes hat am Wochenende in Hamburg einstimmig für die Einführung eines Primärarztsystems plädiert.

In dem Antrag des Landsverbandes Rheinland-Pfalz heißt es, knappere Ressourcen und die Demografie ließen keinen anderen Weg mehr zu.

Primärärzte sollen eine gute Versorgung aller Gesellschaftsschichten ermöglichen.

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Berufspolitik (17552)
[07.05.2012, 10:16:04]
Dr. Jürgen Schmidt 
Was halten die Fachärzte vom Primärarztsystem ?
Die Sorge der Allgemeinmediziner um ihr Betätigungsfeld ist in mancher Hinsicht berechtigt und der Versuch, dieses über sozialgesetzliche Regelungen zu fixieren, erreicht mit der Forderung nach Einführung der primärarztlichen Versorgung nur eine weitere Stufe, nun allerdings verbunden mit der Aufhebung der freien Arztwahl und einer Verschärfung der berufspolitischen Konfrontation mit den anderen Fachärzten.

Darüber, ob das Fach auf diese Aufgabe vorbereitet wäre, sind verschiedene Ansichten erlaubt. Manches von den Weiterbildungsinhalten steht nur auf dem Papier. Es ist auch ein offenes Geheimnis, dass die Zahl geeigneter Weiterbildungsstätten für die eh schon relativ kurzen Weiterbildungsabschnitte in Innerer Medizin nicht ausreicht und Kur- , sowie Rehaeinrichtungen einbezogen werden müssen. Nicht ohne Grund meidet der Nachwuchs die Weiterbildung zur Allgemeinmedizin. Es sollte die vorrangige Sorge der Hausärzte sein, diese Weiterbildung zu verbessern und entsprechend der unterschiedlichen Versorgungsmöglichkeiten und Facharztnähe in Stadt und Land anzupassen.

Wie stehen die Fachärzte wohl zur Idee des Primärarztsystems ?
Wer sich unter Fachärzten zur Qualität der Überweisungen von Allgemeinmedizinern umhört, bekommt ein Urteil nur hinter vorgehaltener Hand zu hören. Das mag nicht immer gerecht ausfallen und die berufspolitischen Querelen werden ihren Niederschlag dabei finden.

Was aber die Fachärzte von der Idee des allgemeimedizinischen Primärarztes unabhängig von berufspolitischen Überlegungen wirklich halten, kann mit einer einfachen Frage eruiert werden: Welcher Facharzt, beispielsweise ein Fachinternist, ein Augenarzt oder eine Gynäkologin würde sich mit einer Erkrankung aus dem eigenen Fachgebiet einem allgemeinmedizinischen Primärarzt anvertrauen?

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