Ärzte Zeitung, 07.05.2012

KVWL schließt Vertrag zur Versorgung diabetischer Füße

Drei Kassen sind schon dabei, weitere sollen folgen. Mit dem Strukturvertrag will die KV Westfalen-Lippe nicht nur Diabetikerfüße besser versorgen, sie vergrößert auch den Patientenkreis.

DORTMUND (iss). Die KV Westfalen-Lippe (KVWL) hat einen Strukturvertrag zur besseren Versorgung von Patienten mit dem diabetischen Fußsyndrom geschlossen.

Partner sind die AOK Nordwest, die Knappschaft und die Landwirtschaftliche Krankenkasse. Dabei soll es aber nicht bleiben.

"Wir haben bereits Vertragsverhandlungen mit weiteren Krankenkassen aufgenommen, um inhaltsgleiche Vereinbarungen abzuschließen", kündigte KVWL-Vize Dr. Gerhard Nordmann auf der Vertreterversammlung in Dortmund an.

Die Vereinbarungen lösen verschiedene regionale Verträge zur integrierten Versorgung ab. Gleichzeitig ist der in Frage kommende Patientenkreis ausgeweitet worden.

Jetzt werden auch Diabetiker mit dem Wagner-Stadium 0 berücksichtigt. Voraussetzung ist, dass sie im DMP Diabetes mellitus eingeschrieben sind.

Für die Betreuung von Patienten mit auffälligem Fußstatus nach Wagner 0 oder Wagner 1 erhalten Hausärzte jeweils zehn Euro im Quartal, berichtete Nordmann. Die Vergütungen für die Hausärzte und die diabetologischen Schwerpunktpraxen erfolgen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Zwar sei die Vereinbarung über das diabetische Fußsyndrom kein Riesenvertrag, sagte Nordmann. Sie zeige aber, dass die KVWL keine leeren Versprechungen mache.

"Wir werden konsequent die Versorgung verbessern und dafür zusätzliches Geld hereinholen." Die KVWL stelle sicher, dass alle an der Versorgung Beteiligten profitieren, sagte er.

"Unser Bestreben ist, wo immer möglich, übergreifend die haus- wie fachärztliche Versorgung in die neuen Verträge einzubeziehen", so Nordmann.

Die KVWL setze auf die abgestimmte, koordinierte Behandlung. In die Verhandlung über den aktuellen Vertrag waren das Fußnetz Westfalen und der Berufsverband der Diabetologischen Schwerpunktpraxen Westfalen-Lippe einbezogen.

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