Mittwoch, 22. Mai 2013
Ärzte Zeitung online, 22.05.2012

Das geheimnisvolle Verschwinden der Methadon-Liste

Welcher Doktor in Hamburg bei der Methadon-Abgabe besonders "locker" war, konnte bis Dienstag im Internet nachgelesen werden. Jetzt ist die umstrittene Website offline.

Das geheimnisvolle Verschwinden der Methadon-Liste

So sah sie vor ihrem Verschwinden aus: die Methadon-Liste.

© Google

BERLIN (af). Auf einmal war sie weg. Die umstrittene Internetseite www.methadonliste-hamburg.de ist seit Dienstag Nachmittag nicht mehr zu erreichen.

Wer an den Provider herangegangen sein könnte, die Seite aus dem Netz zu nehmen, war am Dienstagnachmittag zunächst nicht zu ermitteln.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde war es jedenfalls nicht. Dafür sei man nicht zuständig, sagte ein Sprecher der "Ärzte Zeitung". Informationen über die nach wie vor anonymen Betreiber der Seite lägen der Behörde nicht vor.

Auf der Methadon-Seite fanden sich die Namen von fünf Hamburger Ärzten, die dort als "Hamburgs lockerste Methadonärzte" bezeichnet wurden.

Streit zwischen DSÄ und KV

In der Folge hatte sich eine Kontroverse zwischen dem Dachverband substituierender Ärzte Deutschlands (DSÄ) und der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg entfacht.

DSÄ-Generalsekretär Dr. Ingo Rempel hatte in einer Pressemitteilung verbreitet, die gesetzlichen Bestimmungen in Hamburg würden seit Jahrzehnten gebrochen. Es komme nicht von ungefähr, dass in Hamburg die meisten Methadon-Toten registriert würden.

Hamburgs KV-Vize Dr. Walter Plassmann hatte die Anschuldigungen als absurd zurückgewiesen. Bei der Behandlung von Drogenpatienten gälten scharfe Überwachungs- und Qualitätssicherungsvorschriften.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Demenzrisiko: Essen wie Gott in Südfrankreich lohnt sich

Viel Fisch, Obst, Gemüse, Olivenöl - die mediterrane Diät wirkt auch außerhalb von Südeuropa und scheint eine wahre Allzweck­waffe zu werden. Denn US-Forscher haben herausgefunden, dass sie dem Gedächtnis hilft - bloß nicht bei Diabetikern. mehr »

Zwangsbehandlung: Die Stolperfallen bleiben

Seit drei Monaten gelten neue Regelungen zur Zwangsbehandlung. Doch damit hat der Gesetz­geber längst nicht alle Probleme beseitigt. Er hat sogar neue geschaffen. Und die größte Stolperfalle steckt im Landesrecht. mehr »

Gefährdete Mütter: Erst das Baby, dann bipolare Störung

Jede siebte Mutter wird in den ersten Wochen nach der Geburt ihres Kindes psychisch auffällig. Häufig sind Depressionen, Angst­störungen aber auch bipolare Erkrankungen, wie eine neue US-Studie zeigt. mehr »