Ärzte Zeitung, 19.06.2012

Millionen-Förderung für Niedersachsens Hausärzte

Landesregierung hat ein zusätzliches Förderpaket in Höhe von zwei Millionen Euro beschlossen. Die Mittel stehen für dieses Jahr und für 2013 bereit.

Millionen-Förderung für Niedersachsens Hausärzte

Gegensteuern ist nötig: Niedersachsens KV-Chef Mark Barjenbruch.

© KVN

HANNOVER (cben). Die niedersächsische Landesregierung fördert vor allem die hausärztliche Versorgung in Niedersachsen in diesem und im kommenden Jahr mit insgesamt zwei Millionen Euro zusätzlich.

Damit soll die wohnortnahe ärztliche Versorgung stabilisiert werden, bis die neuen Möglichkeiten durch das Versorgungsstrukturgesetz greifen, teilte die Landesregierung mit.

Gefördert werden Aufwendungen für den Erwerb, die Ausstattung oder vergleichbare Ausgaben, die mit der Einrichtung und dem Betrieb einer (Zweig-)Praxis zusammenhängen. Das können etwa Nebenerwerbskosten, Kosten für medizinische Gerätschaften oder Praxismobiliar sein.

Auch Anwerbungskosten für anzustellende Ärzte fallen darunter. Nicht förderfähig dagegen sind beispielsweise Vergütungsansprüche des Praxispersonals.

Mit dem Geld wird in erster Linie die hausärztliche Tätigkeit gefördert, so die Landesregierung. Aber auch Fachärzte können bis zu 30 Prozent der Fördersumme beanspruchen.

Antrag bei der KV

Maßgebliches Kriterium für die Mittelvergabe ist das Unterschreiten eines Versorgungsgrades von 90 Prozent in der Region, in der ein Arzt aktiv wird, erklärte Detlef Haffke, Sprecher der KV Niedersachsen.

Die Ärzte stellen bei der KV den Antrag. "Wir prüfen und leiten den Antrag dann weiter an das Landesamt für Soziales, Jugend und Familie in Hildesheim, das ihn schließlich genehmigt", sagte Haffke.

"Die Stärkung der ambulanten Versorgung ist ein zentrales Anliegen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und des Ministeriums", sagte der KVN-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch.

In den kommenden zehn Jahren wird rund ein Drittel aller Praxisinhaber in Niedersachsen ihre Praxen aus Altersgründen aufgeben. "Deshalb ist ein Gegensteuern nötig und das präventive Eingreifen des Ministeriums zu begrüßen", sagte der KV-Chef.

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