Ärzte Zeitung, 10.09.2012

Klinikplanung

KV Brandenburg sitzt am Katzentisch

Die KV in Brandenburg ist davon überzeugt, dass in der Klinikplanung mehr Kooperation nötig ist. Die Krankenhausgesellschaft blockiert die Einbindung der KV allerdings weitgehend - und verweist sie an den Katzentisch.

KV Brandenburg ist bei Klinikplanung ein bisschen dabei

POTSDAM (ami). Die KV Brandenburg (KVBB) darf bei der Krankenhausplanung des Landes mitreden. "Das macht Sinn", sagte KVBB-Chef Dr, Hans-Joachim Helming.

Die KVBB sitzt aber nach Angaben von Helming "nur mittelbar am Tisch". An den Regionalkonferenzen zur Detailplanung nimmt sie nicht teil.

Sie wird aber über Ergebnisse informiert. Eine weiter gehende Einbindung scheitert Helming zufolge vorerst an der Krankenhausgesellschaft (LKG).

"Doch der Zwang zur stärkeren Kooperation der Sektoren ist da. Auch die LKG wird über kurz oder lang die Zusammenarbeit suchen müssen", sagte Helming der "Ärzte Zeitung".

Spätestens in dem geplanten Landesgremium zur Bedarfsplanung werden KV und LKG an einen Tisch kommen.

Bei der aktuellen Krankenhausplanung bringt sich die KV vor allem dort ein, wo Krankenhäuser und ambulant tätige Ärzte kooperieren. Diese Schnittstelle sei auch "Bestandteil des KV-RegioMed-Konzeptes", so Helming.

Brückenfunktion ambulante Reha

Er zeigte sich überzeugt, dass die Krankenhäuser sich wandeln müssen, wenn das aktuelle Planziel erreicht werden soll, dass kein Standort schließt.

"Das geht nur, wenn die Krankenhäuser ihr Profil ändern", so Helming. Der Bedarf an geburtshilflichen Leistungen sinke, dagegen steige der Bedarf an geriatrischer Versorgung.

Gerade für diesen Bereich hält Helming ambulant-stationäre Gemeinschaftskonzepte für nötig.

Eine Brückenfunktion in der geriatrischen Versorgung nimmt aus seiner Sicht die ambulante Reha ein, die von Kliniken und niedergelassenen Ärzten gemeinsam bedient werde.

Der märkische KV-Chef verweist dazu auf ein Beispiel aus Sachsen-Anhalt. Der dortige ambulante geriatrische Rehakomplex in Schönebeck hat 2006 den Berliner Gesundheitspreis erhalten.

Ähnliches kann sich Helming im märkischen Templin vorstellen. Dort habe das Krankenhaus nun eine Geriatrie aufgebaut, die aber noch in den Bettenplan eingehen müsse.

Auch im ambulanten Bereich sei noch mehr spezielle geriatrische Kompetenz zu schaffen. Dazu ist die KV im Gespräch mit dem Hausärzteverband.

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