Ärzte Zeitung, 10.10.2012

Premiere

Rettungsdienst nach QM-Leitfaden

Bei der Ärztekammer Niedersachsen ist ein Leitfaden für das Qualitätsmanagement im Rettungsdienst formuliert worden - eine Premiere in Deutschland.

Von Christian Beneker

Premiere in Deutschland: Rettungsdienst in Niedersachsen nach QM-Leitfaden

Blaulicht eines Rettungswagens: Der QM-Leitfaden soll eine Handlungshilfe sein.

© Mathias Ernert

HANNOVER. Erstmals gibt es einen QM-Leitfaden für den Rettungsdienst: Das Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen (ZQ) der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) hat einen Leitfaden für das Qualitätsmanagement im Rettungsdienst veröffentlicht.

"Nach unseren Recherchen gibt es in Deutschland nichts Vergleichbares", hieß es beim Zentrum.

Der Leitfaden soll mit Prozessbeschreibungen und Checklisten "einen absolut sicheren und stabilen Prozess auf den Weg bringen", sagt ZQ-Leiterin Dr. Brigitte Sens.

Der Leitfaden sei für den Rettungsdienst maßgeschneidertes, praxisnahes Musterbeispiel, erläutert Dr. Wolfgang Hagemann vom Landesverband der ärztlichen Leiter Rettungsdienst in Niedersachsen und Bremen.

Hagemann ist nach dem niedersächsischen Rettungsdienstgesetz für das Qualitätsmanagement zuständig. Auf Anregung des Verbandes ist die Handlungshilfe entstanden.

Der Leitfaden solle "Interesse wecken und Ängste vor einem zu bürokratischen Qualitätsmanagement nehmen", so Hagemann.

So sorge der Leitfaden unter anderem dafür, dass "jeder Patient mit Herzbeschwerden eine 12-Kanal-EKG-Ableitung bekommt und bei Vorliegen eines Herzinfarktes mit Medikamenten behandelt wird, die den aktuellen Leitlinien entsprechen", erklärt Hagemann.

Laut Leitfaden sollen nur Kliniken angefahren werden, die rund um die Uhr über einen Herzkathetermessplatz und Interventionsmöglichkeiten verfügen.

Auch sollen im Falle ischämischer Schlaganfälle "schon diejenigen Patienten vom Rettungsassistenten per Checkliste erfasst werden, die sich noch im Zeitfenster für eine Thrombolyse befinden und dann nach telefonischer Voranmeldung direkt in eine Stroke-Unit eingeliefert werden", sagt Hagemann.

Das QM soll auch unabhängig vom eingesetzten Rettungsdienstmitarbeiter gesetzeskonforme, für die Patienten und Mitarbeiter sichere Versorgung der Patienten gewährleisten, so Hagemann. Das betreffe auch Einsätze ohne ärztliche Beteiligung.

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