Ärzte Zeitung, 11.01.2013

Brandenburg

Krankenhausplan sieht Umschichtungen vor

Auf die Krankenhäuser in Brandenburg kommen gravierende strukturelle Änderungen zu. Das zeichnet sich im Rahmen der Krankenhausplanung ab. Auch die Investitionsfinanzierung ist neu geregelt.

Von Angela Misslbeck

Krankenhausplan sieht Umschichtungen vor

Anita Tack, Gesundheitsministerin in Brandenburg.

© Robert Schlesinger / dpa

POTSDAM. Alle 62 Standorte der 52 Kliniken in Brandenburg sollen erhalten bleiben, und an der Gesamtzahl von rund 15.000 Betten landesweit wird sich ebenfalls nichts Wesentliches ändern.

Doch rund 2600 Betten wechseln die Abteilung oder den Standort. Denn der Krankenhausplan sieht deutliche Umschichtungen zwischen den Fachrichtungen vor, mit denen das stationäre Versorgungsangebot an die veränderte Bevölkerungsstruktur in Brandenburg angepasst werden soll.

"Zwei Drittel aller Krankenhausleistungen werden von Menschen im höheren Lebensalter benötigt", so Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke). Das Angebot müsse daher vor allem in der Geriatrie, in der Inneren Medizin und Neurologie erhöht werden.

Stärkste Zuwächse in der Geriatrie

Besonders deutlich fällt der Zuwachs der Betten mit einem geplanten Plus von 44 Prozent in der Geriatrie aus. Die Innere Medizin wächst um zehn Prozent, die Neurologie um sieben.

Dagegen werden die Bettenkapazitäten für Geburtshilfe und Kinderheilkunde um knapp ein Viertel verringert. Bettenabbau fordert die Planung auch in der Chirurgie und HNO, weil dort inzwischen viele Leistungen ambulant erbracht werden.

Knapp 15.000 Betten stehen bereit

Von den 52 Krankenhäusern mit 62 Standorten in Brandenburg sind 17 Grundversorger, elf Regelversorger, davon drei Häuser der qualifizierten Regelversorgung, fünf Schwerpunktversorger und 19 Fachkrankenhäuser.

Insgesamt erfolgt die stationäre Versorgung derzeit mit 14.985 Betten und 1023 Tagesklinikplätzen. 19 Krankenhäuser sind in öffentlicher, 18 in privater und 15 in freigemeinnütziger Trägerschaft.

Vorgesehen ist zudem, dass die teilstationäre Versorgung mit 300 zusätzlichen Betten (plus 26 Prozent) in Tageskliniken weiter gestärkt wird. "Um eine stärkere Verzahnung und einen differenzierten Übergang zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu erreichen, wurde bei der Planung von stationären Leistungen auch auf das ambulante Umfeld geachtet. Hier wird das Gemeinsame Landesgremium nach Paragraf 90a SGB V in Zukunft eine wichtige Rolle spielen können", sagte Tack.

In die Planungen war die KV Brandenburg einbezogen. Auch mit dem Land Berlin erfolgt eine Abstimmung. Eine Kabinettsvorlage für die Fortschreibung des dritten Krankenhausplanes kündigte Tack für das erste Halbjahr 2013 an.

Bereits beschlossen hat der Landtag das Krankenhausentwicklungsgesetz. Damit wird die Investitionsfinanzierung der Brandenburger Kliniken 2013 von Einzelförderung auf Investitionspauschalen umgestellt. "Dieser Schritt ist unerlässlich", so Tack.

Mehr Planungssicherheit als Ziel

Die neue Regelung soll den Krankenhäusern mehr Planungssicherheit geben und die Möglichkeit, die Fördermittel entsprechend ihrer spezifischen Bedarfslagen flexibel einzusetzen.

Bei der Bemessung der Pauschale werden bisherige Förderungen mit 20 Prozent und leistungsrechtliche Parameter mit 80 Prozent berücksichtigt. Vorgesehen ist zudem eine Mindestausstattung für Krankenhäuser der Grundversorgung von 250.000 Euro pro Jahr.

In besonderen Einzelfällen ist zusätzlich Krankenhauseinzelförderung möglich.

Brandenburg hat in den 20 Jahren seit 1991 rund vier Milliarden Euro Fördermittel an die Krankenhäuser vergeben, davon etwa 2,77 Milliarden Euro aus Landesmitteln.

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